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 Germanische Mythologie
 
 

Mjöllnir

(Miöllnir, viell. „Blitz”, „glänzende Blitzwaffe”, „Zermalmer”, auch Thrudhamar, „starker Hammer”) In der nordischen Mythologie die Waffe des Donnergottes Thor.

Die Dvergr (Zwerge) Sindri und Brock schmiedeten diesen Hammer, der geworfen stets das Ziel trifft. Nach jedem Wurf kehrt Mjöllnir in die Hand des Werfers zurück. Ein „Gebrechen” Mjöllnirs ist sein etwas zu kurzer Schaft, dennoch ist er das Meisterstück seiner Schöpfer, kann er doch überdies bei Bedarf nach Belieben verkleinert werden. Das Mißgeschick passierte, als den Brock während der Bedienung der Esse eine Fliege gestochen hatte und er darum kurz mit dem Blasen innehielt (Skaldskaparmal, 61).

Vorzugsweise schleudert Thor den Mjöllnir gegen Riesen (z. B. Thrym, Hymir, Hrungnir). Zu Ragnarök erschlägt er mit ihm auch die Midgardschlange, die er bereits früher einmal damit schlug.
Dabei gehen den Würfen Blitz und Donner voraus.

Auch Götter haben den Mjöllnir zu fürchten. In Lokis Zankreden droht Thor dem ihn verspottenden Loki:

Schweig, armer Wicht!
Dir soll mein Wuchthammer,
Mjöllnir, den Mund schließen!
Nach oben werf ich dich
und nach dem Ostlande;
nie wieder gewahrt man dich.
Edda, Lokasenna, 59

Mit seinem Zauberhammer erweckte Thor eines morgens auch seine Böcke Tanngnjostr und Tanngrisnir (Hymirlied, 38 u. Gylfaginning, 44).

Der Hammer diente nicht nur als Waffe, sondern auch Weihgerät. Das beweist das Zeremoniell, als der Riese Thrym der vermeintlichen Braut Freyja/Thor den Mjöllnir in den Schoß legt (Thrymskvida, 30). Ein anderes Mal weihte er mit Miöllnir den Scheiterhaufen, auf welchem Balders Gattin Nanna bestattet wurde (Gylf., 49).

Nach dem Untergang der Asen wird Mjöllnir an die Söhne des Thor, Modi und Magni, übergehen (Wafthrudnirlied, 51).

Der Hammer nimmt in heidnischen Skandinavien die Stellung des christlichen Kreuzes ein (STANGE, Die Edda, 415). Als Blitz und Donner ist er Symbol der Fruchtbarkeit.

Mjöllnir spielt in allen Geschichten rund um Thor eine Rolle:

Mjöllnir wird mit der Rune Thurisaz in Beziehung gesetzt.

In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts nannte sich eine neuheidnische Glaubensbewegung nach dem Mjöllnir „Hammerbund” (BELLINGER, 319).