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| Deutsche - Heldensage | |
(auch Rulandssäule) Vielerorts, besonders, aber nicht nur im nördlichen Deutschland, wachen überlebensgroße hölzerne oder steinerne Statuen des Roland über Marktplätze, meist ein mit Schwert und Schild bewaffneter Ritter. Seit dem Mittelalter waren sie vermutlich Rechtssymbol und versinnbildlichten die städtische Marktfreiheit. Die älteste Darstellung dieser Art ist der erste Bremer Roland aus dem Jahre 1181, die heute dort stehende Figur ist aus dem Jahr 1404.
J. GRIMM vermutete einen Zusammenhang zwischen diesen Rolandssäulen und den germanisch-heidnischen Irminsäulen (Deut. Mythol., Bd. I., S. 98). Kaiser Karl nehme in einigen Sagen Züge des Gottes Wuotan ein, sein edelster Held Roland verhalte sich zu ihm wie Donar, wie auch die Säulen des Hercules zu Ehren dieses antiken Helden dem Überwinder von Riesen und sonstigen Feinden galten (ebd., 326f.).
Allerdings fehlt den Rolandsäulen ein charakteristisches Attribut des Sagenhelden Roland, nämlich dessen berühmtes Hifthorn Olifant. Inwieweit die Rolandsäulen dennoch den Roland darstellen, ist darum zumindest fraglich. Der Name Roland für diese Säulen wird jedenfalls auch von rode land, gerodetes Land oder auch gerötetes Land wobe jenes auf urbar gemachten Urwald, dieses auf einen Richtplatz hindeutet (gerötet dann im Sinne von blutgetränkt). Sicher scheint nur, daß die Rolandssäule an Orten mit besonderer Gesetzlichkeit steht.
An dieser Stelle möchte ich möglichst vollständig die vielen Rolandsäulen zusammentragen, die Sammlung ist noch ganz am Anfang.
Wenn Sie eine Stadt mit einer Rolandsäule kennen, dann freue ich mich sehr über entsprechenden Hinweis. Auch Bildmaterial ist willkommen, soweit ich es an dieser Stelle veröffentlichen darf. Kontaktmöglichkeiten finden Sie im Impressum.
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(vorgemerkt: Bad Bramstedt, Bad Sulza (von 1593 anläßlich der Verleihung des Marktrechts), Belgern, Brakel/Münster, Drosendorf, Dubrovnik (Kroatien, Orlando), Duisburg (an einer Ecke des Rathauses, das von den Duisburgern Burg genannt wird. Es war nämlich einmal erste Niederlassung des Deutschen Ordens im Westen des Reiches (Lesermitteilung)), Erfurt, Halberstadt, Halle / Saale (Marktplatz), Köln (am Bismarckturm), Laa an der Thaya (Österreich, der Prangerhansl), Marsberg/Sauerland, Pamatky, Perleberg, Questenberg, Riga, Wedel a. d. Elbe, Weiten, Zerbst)
Zu den Rolandssäulen in Nordhausen (Thüringen) und Umgebung weiß eine aus Nordhausen mitgeteilte Sage: Auf dem Markt in Nordhausen steht ein gewaltiger Roland, und si in noch andern Städten und Flecken am Harz, z. B. in Neustadt, Questenberg u. a. m. — Man sagt nämlich, es seien 12 Brüder des Namens Roland gewesen, die hätten sich im Kriege gewaltig hervorgethan und jedesmal an dem Ort, wo sich einer ausgezeichnet, sei ihm eine Bildsäule errichtet worden. (n. KUHN u. SCHWARTZ, S. 253)