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| Heldensage - Nibelungensage | |
(Þiðreks saga, auch Didrikssaga) Diese Liedersammlung beschreibt das Leben des Thidrek (Dietrich, Didrik) von Bern und umfaßt einen Zeitraum von etwa 50 bis 70 Jahren. Darin enthalten sind Stoffe, die auch in anderen Dietrichepen und in dem Nibelungenlied behandelt werden. Die Handschriften selbst, in altnordisch-isländischer und altschwedischer Sprache verfaßt, geben an, Übersetzungen zu sein und ihre Quellen in Niederdeutschland zu haben.
Erhalten sind verschiedene Handschriften. Um 1250 in Bergen soll die altnordisch-isländische Handschrift Membrane (abgekürzt Mb) entstanden sein. Inwieweit diese Membrane die knapper gefaßte altschwedische Handschrift Svafa (Sv) beeinflußte, ob es andersherum war oder ob beide Texte unabhängig von eineinder aus Quellen schöpften, ist nach so langer Zeit naturgemäß schwierig zu klären. Beide Handschriften weisen Lücken auf, die wenigstens teilweise aus weiteren (isländischen) Überlieferungen zu stopfen sind.
Bemerkenswert sind die Abweichungen der Thidrekssaga zum Nibelungenlied. Während das Nibelungenlied die Burgunden/Nibelungen von Worms nach Osten (vielleicht Ungarn) ziehen und dort am Hof des Hunnenkönigs Etzel untergehen läßt, hat die Thidrekssaga zum Schauplatz dieses Endes der Niflungen die Stadt Susat (Soest, Nordrhein-Westfalen). Diese Abweichungen ließen Heinz Ritter-Schaumburg nach etlichen Nachprüfungen zu dem Schluß kommen, daß die Thidrekssaga in ihrer altschwedischen Version ein historischer Bericht sei, der den Untergang des Königsgeschlechts der Niflungen seien, die aus ihrer Heimat Enzen (westlich von Köln) nach Soest zogen und dort beim friesischen (Hühnen-) König Attala den Tod fanden. Insgesamt hielt RITTER-SCHAUMBURG die Thidrekssaga für eine genaue Überlieferung tatsächlicher Ereignisse, nämlich die um die Ermordung eines Fürsten durch seine Schwäger und die nachfolgende Rache, welche sich in Norddeutschland zugetragen habe. Das Mißverständnis der Verwechslung eines Burgundenkönigs Gundikar mit dem Gunter der Niflungen habe letztlich zur Umdichtung des Stoffes geführt. Siehe dazu das lesenswerte Buch Die Nibelungen zogen nordwärts, bes. 100-102. In dem Buch finden sich auch Übersetzungen des betreffenden Teils der Thidrekssaga anhand der altschwedischen Handschriften (Svava und Membrane)