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 Germanen - Heldensage
 
 

Ute

(Oda) Die aus dem Kreuzworträtsel als „Nibelungenmutter” bekannte Ute ist Mutter von Gunther, Gernot und Giselher, den Königen Burgunds sowie Krimhilds, der zentralen Figur des Nibelungenlieds. Ihr Gatte heißt Dankrat.

Ihre Fähigkeiten als Seherin stellt sie gleich zu Eingang des Nibelungenlieds unter Beweis, als sie ihrer Tochter Kriemhild einen Traum deutet.

 
Aus dem ersten Abenteuer, „Wie Kriemhilden träumte”:
 
Eß troumde Kriemhilte   in tugenden der si pflac
wie si einen valken wilden   züge manegen tac,
den ir zwên arn erkrummen.   daß si daz muoste sehen:
in enkunde in dirre werlde   nimmer leider sîn geschehen,
 
Den troum si dô sagete   ir muoter Uoten.
sin kunde in niht bescheiden   daß der guoten:
„der valke den du ziuhest,   daß ist ein edel man:
in welle got behüeten,   du muost ihn schiere vloren hân.”
Probe aus dem Urtext nach Lachmann

 
In ihren hohen Ehren   träumte Kriemhilden,
Sie zög´ einen Falken,   stark-, schön-, und wilden
Den griffen ihr zwei Aare,   daß sie es mochte seh:
Ihr konnt auf dieser Erde   größer Leid nicht geschehn.
 
Sie sagt´ ihrer Mutter   den Traum, Frau Uten:
Die wußt ihn nicht zu deuten   als so, der Guten:
„Der Falke, den du ziehest,   das ist ein edler Mann:
Ihn wolle Gott behüten,   sonst ist es bald um ihn getan.”
Übersetzung von Simrock (Die Nibelungen, Hesses Volksbücherei)

 

Diese Prophezeihung wird sich mit Kriemhilds Rache an den Burgundern für den Tod Siegfrieds erfüllen (Nibelungenlied, 1. Abenteuer).

Nach Siegfrieds Tod ist es Ute, die Krimhild zum Verbleib bei den Burgundern bewegt. Ute stiftet nach dem Tod ihres Gatten Dankrat das Kloster Lorsch. Hierher zieht Kriemhild nach dem Verlust des Gatten. Auch dessen Gebeine werden hierher überführt (Nibelungenlied, 18. Abenteuer).