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 Griechische Mythologie
 
 

Nisos

(lat. Nisus) Es gibt in den griechischen Sagen zwei Gestalten dieses Namens, einmal einen Freund des Euryalos, dann einen König zu Megara.

Dieser König soll ein Sohn des Ares oder des Pandion gewesen sein. Über die Herrschaft war er mit Sciros, seinem Schwager, in Streit geraten, hatte sich darin aber durchsetzen können. Zum Verhängnis soll ihm dann seine Tochter Skylla geworden sein.
Nisos hatte nämlich, je nach Quelle, goldenes (LUCIAN) oder purpurfarbenes Haar, von welchem ihm vom Orakel gesagt war, er solle solange herrschen, solange er dieses Haar trage. (APOLLODOR) Als nun König Minos von Kreta kriegführend gegen Athen zog und dabei auch vor Megara erschien, verliebte sich Skylla in den Angreifer und sicherte ihm den Sieg, indem sie ihrem schlafenden Vater heimlich das Haar abschnitt. (n. HEDERICH, Sp. 1741)

Nisos soll sich daraufhin das Leben genommen haben (HYGINUS), sei aber in einen Meeradler verwandelt worden, welcher fortan seine ebenfalls in einen Vogel (einen Ciris, was immer das ist) verwandelte Tochter verfolgte (OVID, Metamorphosen VIII., 80). Er soll aber auch von Minos im Kampf getötet worden und in Athen hinter dem Lykaion begraben worden sein (PAUSANIAS, Attica, 19). In Megara wies man diese Darstellung jedoch zurück, und stellte sowohl den Krieg als auch die Eroberung in Abrede und nannten Megairos, welcher Iphinoa, eine Tochter des Nisos, geheiratet hatte, als dessen Nachfolger dar (ebd., 39, n. HEDERICH, Sp. 1742).