Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Griechische Mythologie
 
 

Acheron

(griech. „der Leidfluß”) Dieser träge in Epirus dahinfließende Fluß des Leides ist gefürchtet für seine sumpfigen Ufer, teilweise verläuft er auch unterirdisch.

Der Acheron führt direkt in die Unterwelt und ihn, der eisiges Nass führt und dessen Ufer mit giftigem Reif bedeckt sind, muß der Verstorbene auf dem Weg in den Hades im Kahn des Fährmanns Charon überqueren.

Er nennt sich topor, die Unempfindlichkeit, weil zuerst diese die Sterbenden bei unmittelbarer Nähe des Todes überkomme.

Nebenflüsse des Acheron sind Kokytos und Pyriphlegeton. In ihn mündet die Styx.

Als Mutter des Flusses gelten die Demeter oder die Erde, als Vater der Okeanos, von dem alle Flüsse herstamen. So es die Demeter ist, habe die sich seiner geschämt, daß sie sich in einer finsteren Höhle auf Kreta verbarg. Als Acheron geboren war, war der so lichtempfindlich, daß er sich gleich in die tiefste Hölle zurückzog.
Der Acheron gilt auch als Sohn eines Titanen mit der Erde oder er soll einer Statue entspringen. Diese stehe hoch auf dem Berg Ida auf Kreta. Ihr Haupt sei von Gold, ihre Brust und die Arme aus Silber und der Leib von Kupfer.

Seinen Ruf als Höllenfluß verdankt Acheron einer Geschichte, dernach er den Giganten, als die den Olymp zu stürmen trachteten, einen Trunk von seinem Wasser gestattete. Nachdem Zeus und die Seinen gesiegt hatten, verurteilte Zeus den Fluß, fortan durch die Unterwelt zu fließen und nur gallenbittere Tränen zu führen.

Mit der Nacht ist Acheron Vater der drei Erinyen, Alekto, Megaira und Teisiphone. Mit der Orphna oder der Nymphe Gorgyra ist er Vater des Ascalaphus (OVID, Metamorphosen V,538ff.), mit der Styx der Vater der Nike (manchmal heißt es aber, der Vater der Nike sei der Pallas gewesen).

Das Motiv eines Flusses, über den die Toten auf ihrer letzten Reise setzen müssen, kommt auch in den nordischen Mythen vor. Hier ist es der Gjöll, der auf dem Weg nach Hel gequert werden muß.

 

Acheron hieß auch ein kleinasiatischer König. Seine Tochter Dardanis hatte eine Liebschaft mit dem Herakles. Der aus dieser Sohn hervorgegangene Sohn hieß nach dem Vater Herakles. Nach Mutter und Kind wurde das ganze Land Dardania und eine Stadt Heraklea genannt.

Acheron heißt auch eine gallische Gottheit.