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| Griechische Mythologie | |
(mögl. v. hebr. adon Herr) Ein syro-phönikischer, dann auch in die griechische Mythologie eingegangener Vegetationsgott.
Als sterbender und auferstehender Gott personifiziert er die alljährlich im Sommer verdorrende, im Frühling wieder neu sprießende Vegetation. Adonis ist als syro-phönikischer Vegationsgott Bruder, Sohn und Geliebter der Astarte. In das griechische Pantheon fand er als eine Nebengottheit Eingang. Dargestellt wird Adonis als schöner Jüngling, oft mit phrygischer Mütze.
Adonis gilt als Sohn des Kinyras, ein König von Zypern und der Metharnas oder des Phönix und der Alphesiböa oder des Assyrer-Königs Thoas und der Myrrha.
Einem verbreiteten Mythos gemäß entsprang Adonis einer inzestösen Verbindung der Myrrha, der Tochter des Kinyras und der Cenchreis mit ihrem eigenem Vater.
Weil die Göttin Aphrodite erzürnt war, daß Cenchreis sich selbst für schöner hielt als die Göttin, entfachte sie in Myrrha leidenschaftliches Verlangen nach ihrem Vater. Myrrha widerstrebte ihre verbotene Neigung und versuchte, sich mit dem Strick das Leben zu nehmen. Doch rettete sie ihre hinzukommende Amme, der Myrrha ihr Unglück beichtete. Die Amme war zauberkundig und verschaffte Myrrha unerkannten Zutritt zu Kinyras. Als der die List entdeckte, suchte er seine Tochter zu ermorden und verfolgte sie mit gezogenem Schwert. Die Jagd endete, je nach Quelle, in einem Wald, auf einer Insel oder in Arabien, indem Myrrha in einen Myrrhebaum verwandelt wurde. Wütend soll Kinyras dem Baum noch einen Hieb mit seinem Schwert beigebracht haben, nach anderer Darstellung verwundete den Baum ein wildes Schwein. Aus dieser Wunde (oder, bei OVID, Metamorphosen X., mit Hilfe der Lucina) gebar der Myrrhebaum den Adonis.
Den Knaben zogen die Nymphen auf und er entwickelte sich zu einem ausnehmend schönen Jüngling, in den sich die Aphrodite, Göttin von Liebe und Fruchtbarkeit, verliebte. Sie nahm Adonis, legte ihn in einen Kasten und brachte ihn der Persephone, der Königin der Unterwelt, die sogleich Aphrodites Gefühle teilte. Beide Göttinnen begannen, um den Besitz des Adonis zu streiten und ließen schließlich Gottvater Zeus entscheiden. Der urteilte, Adonis solle einen Teil des Jahres bei ihm selbst, einen anderen bei Persephone und den dritten Teil bei Aphrodite verbringen. Adonis soll aber auf die Gesellschaft des Zeus verzichtet haben auch seine Zeit bei Aphrodite verbracht haben. Oder Zeus urteilte nicht selbst, sondern ließ die Muse Kalliope entscheiden, die Adonis je zur Hälfte des Jahres den streitenden Göttinnen zusprach.
Der Gott Ares betrachtete den Adonis eifersüchtig als Nebenbuhler, da auch er die Göttin Venus (römischer Name der Aphrodite) liebte. Er nutzte des Adonis Jagdleidenschaft aus, indem er sich in ein gewaltiges schwarzes Schwein verwandelte, das Adonis trotz Warnung der Venus verfolgte und durch das Borstenvieh den Tod fand. Das Blut des Adonis ließ die Adonisröschen (Anemone) wachsen und floß in die Quelle des Adonis-Flusses bei Byblos in Phönizien (Nahr Ibrahim), dessen Wasser es in jedem Frühjahr rot färbt.
Oder die trauernde Venus verwandelte den Toten in eine Anemone. Dabei verletzte sie sich am Dorn einer Rose, das Blut der Göttin färbte die ehemals weißen Rosen in ihr heutiges Rot. Aus den Tränen der trauernden Aphrodite soll der Schlafmohn gewachsen sein.
Bei OVID spielt sich das Drama auf Zypern ab (Metamorphosen, X).
Erpicht auf den Adonis soll auch der Heros Herakles gewesen sein. Aphrodite entfachte darum in dem Nessus die Liebe zur Gattin des Herakles und bereitete damit dessen Ende vor. In diesem Zusammenhang wird anstelle des Gottes Mars auch der Apollo angegeben, der sich an Aphrodite dafür rächen wollte, daß die Apollons Sohn Erymanthus geblendet hatte, weil der die Göttin nackt im Bade gesehen hatte, nachdem Adonis bei ihr gewesen war.
Zu Ehren des Adonis fanden an vielen Orten mehrtägige Trauerfeste statt, die in einer fröhliche Feier der Auferstehung des Gottes endeten. In Athen wurden zur Zeit des Festes Bildnisse auf, die den Tod eines Jünglings in der Blüte seiner Jahre zeigten. Diese Bildnisse wurden von den in Trauer gekleideten Frauen zum Leichenbegängnis weggeholt. Kleine Schälchen wurden mit Saat und Sand gefüllt (Adonis-Gärtlein) und nach den Feiern in die See oder einen Brunnen geworfen. Das kurze Sprießen und anschließende Verwelken symbolisierte den jahreszeitlich sterbenden und wieder auferstehenden Gott.
Hauptkultorte waren Byblos und Aphake.
Als Geburtsort des Adonis wird auch eine Höhle in Bethlehem angegeben, eben der Ort, wo auch Maria mit dem Jesus niedergekommen sein soll. Eine weitere Parallele zum christlichen Heiland ist der Tod des Adonis, der zu Ostern gewesen sei, der Zeit des Jahres, wenn in Syrien die rote Anemone blüht, die einst seinem Blut entspross.
Der adonische Vers ist ein Versmaß aus Daktylus und Trochäus. Er trägt seinen Namen nach der Verwendung als Abschlußvers griechischer Totenklagen.
Ähnlich dem Adonis sind der sumerische Dumuzi, der akkadische Tamuzu und der etruskische Atunis.
Einen Planetoiden sehr großer Helligkeit haben die Sternenkundigen nach Adonis benannt.