| < zurück | |
| Griechische Mythologie | |
(lat. Aiax, dt. Ajax) So hießen zwei Helden des Troianischen Krieges.
Der eine war Sohn des Königs Telamon von Salamis und nebst dem Achilleus der tapferste der griechischen Helden vor Troia.
Aus seiner Jugend ist überliefert, Herakles habe ihn einmal auf den Arm genommen, als Aias Vater gerade dem Zeus opferte, und ihn mit seiner Löwenhaut bedeckt und dabei gewünscht, Aias möge einmal so stark und fest werden, wie diese Haut des unverwundbaren Löwen. Der Wunsch wurde erfüllt und Aias später am ganzen Körper unverwundbar, bis auf seine Seite, die von der Löwenhaut nicht bedeckt wurde.
Im Zweikampf überwand Aias den Troianer Hektor, den er mit einem Stein niederschlug. Nach dem Kampf schenkte Hektor dem Aias sein Schwert, der gab seinem Gegner seinen Gürtel.
Aias stritt mit Odysseus um die Waffen des Achilleus und mußte sich dem geschlagen geben. Darüber wurde Aias wahnsinnig und metzelte erst seine eigene Schafherde nieder, dann nahm er sich selbst das Leben, indem er sich das Schwert, das Hektor ihm gegeben hatte, in die verwundbare Seite rammte. Über dieses Ende gibt eine Tragödie des Sophokles Auskunft.
PAUSANIAS erzählt in seiner antiken Beschreibung Griechenlands, seinerzeit habe auf Salamis noch ein dem Aias geweihter Tempel mit einer Statue des Helden, die aus Ebenholz bestand. In Athen sei Aias damals (2. Jh. n.) noch verehrt worden (Attika, 35.3).
Der andere Aias war Sohn des Königs Oileus von Lokris und der Nymphe Rhene (HOMER, Ilias, 2.527 u. HYGINUS, Fabulae 116).
Zwar kleiner als vorgenannter Aias und darum der Kleine Aias genannt, war er dennoch für seine geschickte Führung der Lanze berühmt. Er führte die vierzig Schiffe der Lokrer gegen Troia (HOMER, Ilias, 2.527ff.).
Bei der Einnahme Troias vergewaltigte er im Tempel der Athene die Seherin Kassandra und riß bei dieser Untat noch das Palladion um. Wegen dieses Frevels wurde er — je nach Quelle — von Poseidon verfolgt und ums Leben gebracht, von Zeus mit dem Blitz erschlagen oder auf der Flucht vor Agamemnon auf See gescheitert.