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| Griechische Mythologie | |
(gr. Aiolos, lat. Aeolus) Diesen Namen tragen mehrere Gestalten der griechischen Sagenwelt.
Äolos ist Windgott und Herr über alle Winde, die seine sechs Söhne und sechs Töchter sind. Zu ihnen gehören Boreas (Nordwind), Zepyros (Westwind), Notos (Südwind) und Euros (Ostwind). Diese hält er auf der schwimmenden Insel Aiolia meistens in einer Höhle eingeschlossen, läßt er sie aber frei dann braust und bläst der Sturm.
Dem Odysseus gewährt Äolos einen Monat Gastfreundschaft. Um ihm eine angenehme Überfahrt nach Ithaka zu ermöglichen, übergibt er dem Seefahrer die stürmischen Winde mit auf die Reise, sicher eingesperrt in einem Schlauch oder Ledersack. Doch kurz vor Einlauf in den heimatlichen Hafen wollen des Odysseus Gefährten überprüfen, ob in dem Schlauch nicht etwa Schätze versteckt sind. Die Winde sausen heraus und blasen das Schiff zurück nach Aiolia. Ein weiteres Mal mag Äolos den Odysseus nicht empfangen und die Helden müssen selbst sehen, wie sie weiterkommen (HOMER, Odyssee 10.1-79).
Äolos gilt als Verwalter der Winde, die er auf der Insel Lipara gefangenhält und auf Befehl des Zeus oder des Poseidon frei läßt.
Lipara, die Insel des Äolos, ist möglicherweise die Insel Malta.
Unter diesem Namen kennt man auch einen König in Thessalien, der Stammvater der Aioler sein soll. Dieser Äolos ist Sohn des Hellen, einem Sohn des Deukalion und der Pyrrha, und der Nymphe Orseis, er ist Bruder von Doros und Xuthos und Vater mehrerer berühmter Söhne, etwa Athamas, Salmoneus oder Sisyphus sowie einigen Töchtern.
Ein weiterer Aiolos ist Sohn des Gottes Poseidon und der Arne und Bruder des Boiotos. Auch der Vater dieser Arne hieß Aiolos. Ob dieser mit den Vorgenannten einerlei ist, bleibt unklar, vgl. HEDERICH, Gründl. mythol. Lexikon (1996), Sp. 106f.);
sein Schicksal siehe unter Boiotos.
Noch ein Aeolus stammte aus Lyrnessus in Phrygien. Er zog mit dem Aeneas nach Italien, wo er durch den Turnus ums Leben kam (VERGIL, Aeneis XII, 542).