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Eratosthenes aus Kyrene

In der griechischen Antike gab es unterschiedliche Ansichten über die Erde. Hesiod meinte, sie sei eine von Wasser umgebene Scheibe, ebenso Aristoteles, Anixamander hielt sie für einen Zylinder, andere für eine Kugel, darunter Eratosthenes aus Kyrene (geb. um 274 v. in Kyrene, gest. um 192 v. in Alexandria), der als erster eine Methode zur Berechnung ihrer Größe entwickelte.

Eratosthenes war Leiter der in der Antike berühmten Bibliothek von Alexandria in Ägypten. Einmal las der vielseitig interessierte Gelehrte (genannt Pentathlos, „Alleswisser”) von dem Phänomen, daß sich in einem tiefen Brunnen in Syene (bei Assuan) zur Sommersonnenwende die Sonne zur Mittagszeit auf dem Wasser spiegelte und ein Stock keinen Schatten warf. Daraus schloß Eratosthenes, daß hier die Sonne senkrecht zur Erdoberfläche stehen müsse, ihm fiel aber auch auf, daß dem andernorts zur gleichen Zeit nicht so ist — in Alexandria warf ein Obelisk zur Sonnenwende durchaus einen Schatten. Eratosthenes vermaß diesen Schatten und vermochte unter Berücksichtugung der Entfernung zwischen Syene und Alexandria den Erdumfang zu berechnen.
So ermittelte Eratosthenes für den Äquator 39690 Kilometer. Neuzeitliche Kalkulationen ergeben einen Wert von 40 075,017 Kilometern, Eratosthenes hat also auch für moderne Maßstäbe recht genau gearbeitet.

Außer dieser Berechnung befaßte sich Eratosthenes mit der Komödie, schrieb ein chronologisches Werk zu geschichte und Literatur, er entwickelte verschiedene mathematische Methoden, schuf eine dreibändige Geographica und eine Weltkarte. Die Schriften sind im Original verloren, die geographischen Arbeiten wurden aber durch Strabon überliefert.