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 Griechische Mythologie
 
 

Aktaion

(Akteaon, Actaeon) Er ist der Sohn des Aristäus und der Autonoe, einer Tochter des Kadmos und der Harmonia, über deren Nachkommen ein Fluch lastete. Aufgezogen wurde er vom Kentauren Chiron, von dem er besonders die Jagd erlernte, die er zeitlebens liebte und die schließlich sein Schicksal wurde.

Seinen Tod fand er nämlich durch die Göttin der Jagd, Artemis (röm. Diana), weil Aktaion ihr übermütig das ihr geweihte Wild vom Altar gestohlen hatte, um damit seine Hochzeit auszurichten, weil er sich der Göttin in Sachen Jagd überlegen dünkte oder um damit seine zahlreichen Hunde zu ernähren. Oder, bzw. in Ergänzung jenes Übermutes, er beobachtete die jungfräuliche Göttin, ob beabsichtigt oder versehentlich, nackend beim Bade.

Zu diesem Unterfangen bestieg Aktaion einen Baum oder einen Stein und labte sich am Anblick der Artemis. „Ja, er soll endlich in seiner Ausschweifung so weit gegangen sein, daß er ihr gar Gewalt anzuthun sich unterstanden” (Hygin., Fab. 180, nach HEDERICH, Sp. 53).

Die Göttin verwandelte Aktaion darum in einen Hirsch, der von seinen eigenen Jagdhunden zerissen wurde.

Nach PAUSANIAS befragten die Einwohner von Orchomenos das Orakel, als ein Gespenst ihr Land verunsicherte. Man solle, so die Antwort, die Überreste des Aktaion finden und in der Erde verbergen, zudem ein bronzenes Abbild des Gespenstes fertigen und mit Eisen an einen Stein schmieden. PAUSANIAS schreibt, er habe diese Statue noch selbst gesehen, alljährlich werde dem Aktaion dort geopfert (Böotien, 36).

 

Die Namen seiner vielen Hunde werden sogar genannt. Insoweit unter den Namen noch andere Gestalten der Mythologie zu verstehen sind und hier ein Artikel dazu vorhanden ist, sind die Namen mit entsprechendem Verweis versehen:

Die Hunde des Aktaeon sind nach Ovid: Aello, Agre („Jagdhund”), Agriodus, Alce, Astolus, Conace, Dorceus, Dromas, Harpalos, Harpyia, Hylactor, Hyläus, Ichnobates, Labros, Lachne, Lacon, Ladon, Laelaps, Leucon, Lysice, Malampus, Melanchaetes, Melaneus, Nape, Nebrophonus, Oresitrophus, Oribasus, Pamphagus, Poemenis, Pterelas, Stilbe, Theridamas („Wildbändiger”), Theron, Thous, Tigris (OVID, Metamorphosen III, 206)

oder nach Hyginus: Aeon, Aethon, Agre, Agriodus, Agrius, Alce, Arcas, Arethusa, Argo, Aura, Borax, Boreas, Canache, Charops, Chediaetros, Corax, Cyllo, Cyllopotes, Cyprius, Dinomache, Dioxippe, Dorceus, Draco („Drache”), Dromas, Dromius, Echidna, Echnobas, Elion, Eudromus, Gorgo, Haemon, Harpalus, Harpalycus, Harpyia (2), Hylactor, Hylaeus, Ichneus, Ichnobates, Labros, Lacaena, Lacon, Ladon, Lalaps, Lampus, Leane, Lycisce, Lyncaeste, Machimus, Melampus, Melanchaetes, Melaneus, Nape, Nebrophonus, Obrimos, Ocydrome, Ocydromus, Ocypote, Ocythous, Omelympus, Oresitrophus, Orias, Oribasus, Oxyroe, Pachitos, Pamphagus, Poemenus, Pterelas, Sagnos, Stilbe, Stilbon, Syrus, Theriope, Theriphone, Therodamas, Therodapanis, Theron („fürchterlich anzusehen”), Thous, Tigris, Urania, Volatos, Zephyrus (Hygin Fab. 181).

Was der Beweggrund dafür ist, daß „die Alten so gar die Namen aufzuzeichnen sich nicht verdrießen lassen” (HEDERICH, Sp. 52), sei dahingestellt. Immerhin fällt auf, daß viele der Namen in anderen Zusammenhängen auftauchen.

Gedeutet wird dieser Aktaeon mit seinem merkwürdigen Schicksal als ein archaischer Sakralkönig. Demnach bedeutete seine „Verwandlung” in einen Hirsch vielleicht das anlegen einer entsprechenden Maske. So stellte er den Gehörnten Gott dar, der mit der die Große Göttin repräsentierenden Priesterin die Heilige Hochzeit vollzog. Das zerreissen/zerstückeln des Körpers könnte dann die über das ganze Land ausgebreitete Fruchtbarkeit meinen (vgl. WALKER, S. 18).

 

Aktaion heißt auch eines der vier Pferde, die den Sonnenwagen des Helios ziehen, der Name des Rosses wird auch mit Aethon angegeben.