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 Griechische Mythologie - Amphion
 
 

Amphion

Er gilt als Gatte der Niobe und Vater von deren vielen Kindern, die durch die Pfeile der Artemis und des Apollo ihr Leben verloren.

Verschiedene Eltern des Amphion werden genannt, besonders der Gott Zeus (röm. Iupiter) und die Antiope. Dieser soll sich Zeus in Gestalt eines Satyrs genähert haben (Ovid, Metamorphosen, IV,110).

Die so unehelich geschwängerte Antiope, Tochter des Nykteus von Theben, fürchtete den Zorn ihres Vaters und entfloh nach Sikyon, wo sie bei Epopeus Schutz suchte.
Darüber ergrimmt sandte Nykteus seinen Bruder Lykus mit einer Streitmacht gegen Sikyon. Die Stadt wurde erobert, Epopeus getötet und Antiope nach Theben zurückgebracht. Unterwegs kam sie mit den Zwillingen Amphion und Zethus nieder, doch setzte man die Kinder bei Eleutheris aus.
Neben dieser Geschichte überliefern andere manch anderen als Vater der beiden, Lykus, Epopeus, weiter Epaphus, Hilasius oder Theoboon, auch der Gott Hermes wird genannt.

Die ausgesetzten Amphion und Zethus fand ein Hirt, der sie aufzog. Als Amphion herangwachsen war, beschenkte ihm der Gott Apollo, der Hermes oder auch die Musen mit einer Leier und der Kunst, dieses Instrument zu spielen.
Dieser Lehrmeister soll auch Zeus gewesen sein, jedenfalls war Amphions Leierspiel so vollendet, daß er damit sogar leblose Steine zu bewegen vermochte (vgl. Orpheus). Es heißt auch Amphion, soll die Leier nicht erfunden, wohl aber um drei auf sieben Saiten erweitert haben. Die Harmonielehre der Musik habe er von den Lydiern gelernt und in Griechenland eingeführt.

Als Amphion und Zethus von ihrer Herkunft erfahren hatten, rüsteten sie ein Heer und eroberten Theben. Hier bewirkte Amphion durch sein Leierspiel, daß sich die Steine selbsttätig zu einer Mauer mit sieben Toren auftürmten.

Als König von Theben führte er den Kult des Hermes ein und entwickelte die Zither.
Das Wunder eines Mauerbaus durch Klang wiederholte Amphion bei seiner nachfolgenden Teilname an der Argonautenfahrt, was ihm den Ruf eines Hexenmeisters eintrug.

Den Tod fand Amphion gemeinsam mit seinen Kindern, als die von Apollo und Artemis mit Pfeilen erschossen wurden. Amphions Gattin Niobe hatte Hera, die Mutter der beiden Götter, dadurch geschmäht, daß sie mit ihren zahlreichen Kindern prahlte, während die Göttin nur zwei hatte.
Oder Amphion erstach sich selbst aus Trauer über den Tod der Kinder (Ovid, Metamorphosen, VI,271).

 

Über Amphions eigentliche Herkunft gibt es manche Meinung. So gilt er auch als ein Ägypter, der den Kadmos vom Thron Thebens verdrängt hatte. Der Mythos ist hier etwas unübersichtlich, denn als Nachfolger des Kadmos gilt auch dessen Enkel Pentheus; Amphion soll auch nicht von Kadmos sondern von Laios den Thron übernommen haben. Wegen biographischer Parallelen gab es Vermutungen, er könnte mit dem biblischen Mose zusammenfallen.

 

Außer diesem gibt es eine Reihe weiterer Gestalten der griechischen Sagenwelt mit Namen => Amphion.

 
 
Quellen & Literaturhinweis
Die obige Darstellung folgt im wesentlichen:
 
Hederich, Benjamin
Gründliches Mythologisches Lexikon
Reprographischer Nachdruck der Ausgabe Leipzig, Gleditsch 1770 der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen.
1996, Wissensch. BG., Darmstadt