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| Griechische Mythologie | |
Eine der bekanntesten griechischen Mythen. Überliefert ist der Stoff durch mehrere Autoren, erwähnt wire die Argonautensage bereits bei HOMER (Odyssee 13.60-72). Sie beschreibt die abenteuerliche Fahrt des Iason auf der Suche nach dem Goldenem Vlies.
Dem Vater des Iason, Aison, machte sein Onkel Pelias die Herrschaft über Jolkos (eine mykenische Stadt in Thessalien) streitig. Iasons Mutter Alkimede suchte den Sohn vor den Intrigen fern zu halten und vertraute ihn der Erziehung des heilkundigen Kentauren Chiron an, bei dem Iason bald, ganz in Purpur gehüllt, eintraf. Zwanzig Jahre blieb er bei dem Heiler und erlernt Künste, Wissenschaft und Kultus.
Als er zurück nach Jolkos kehrte, erkannte in ihm sein Onkel Pelias den Mann mit der einen Sandale, der ihm einem Orakel zufolge vom geraubten Thron stürzen werde - Iason hatte auf der Reise den einen seiner Schuhe in einem Sumpf lassen müssen. Pelias sandte ihn fort nach Kolchis (heute Georgien), das Goldene Vlies zu holen.
Mit dem Schiff Argo (griech. schnell) stacht Iason in See, ihn begleiteten rund fünfzig Gefährten, die Argonauten. Zu ihnen gehörten bekannte Heroen wie etwa Herakles, Kastor und Polydeukes, Laokoon, Meleager, Orpheus und viele andere. Anzahl und Besetzung schwanken. So sind es bei Apollonius 53, bei Apollodorus nur 44, bei Hyginus gar 68 Argonauten.
Auf dieser Reise erwarteten Iason zahllose Aufgaben, deren Abfolge an die Beschreibung eines Initiationsritus erinnern.
Sie landeten auf der Insel Lemnos, die ausschließlich von Frauen bewohnt wurde, da alle ihre Männer getötet hatten. Schwer fiel ihnen die Abreise, die sie aber dann doch antraten, je nach Autor nach vier Monaten oder nach zwei Jahren. Es war Orpheus bzw. Herakles, der sie endlich dazu antrieb. Herakles selbst war auf dem Schiff geblieben. Später verließ er übrigens die Argonauten, um seinen geliebten Pagen Hylas zu suchen
Sie befreiten den blinden Seher Phineus, einen thrakischen König, von den ihn plagenden Harpiyen. Der dankte ihnen mit einemn Hinweis, wie sie die gefährliche Meerenge (Symplegades) passieren könnten.
Glücklich durchfuhren sie die Schlucht, deren Felsen immer aufs neue zusammenprallten und den Schiffer zermalmten. Dem Gesang des Orpheus verhalf dabei zu unversehrter Passage der gefährlichen Stelle.
Sie erreichten Kolchis. Hier herrschte Konig Aietes in seinem schimmerndem Palast. Aus vier Springbrunnen quollen Öl, Wein, Milch und wunderbares Wasser.
König Aietes empfing Iason mit weiteren Prüfungen. Er mußte zwei feuerspeiende Stiere fangen und mit ihnen ein Feld von vier Morgen unbebauten Landes pflügen. Dieses Feld bestellte er mit Drachenzähnen. Die Saat ging auf und es entsprossen der Erde ungeschlachte Riesen, die sich auf ihn stürzen. Iason warf einige Steine zwischen sie, was sie so wütend machte, daß sie sich, kaum der Erde entsprossen, sofort gegenseitig umbrachten (vgl. die Sparten der theb. Sage). Iason bestand diese Gefahren dank einer Salbe der Tochter des Aietes, Medea, die ihn vor Verletzung durch Eisen und Feuer feite.
Nun konnte Iason sich aufmachen, das Goldene Vlies zu holen, das in einer Eiche hing. Bewacht wurde es von einem Drachen, der um den Baum gerollt unermüdlich Wache hielt. Ihn tötete Iason mit seiner Lanze, die er dem Drachen in den Rachen stößt. Das gelang, weil auch diese Waffe mit der Salbe Medeas präpariert war.
Wiederum mit Medeas Hilfe gelang die Abreise. Ihr Vater Aietes verfolgte Iason umgehend, Medea aber half ihren Bruder zu töten, zerstückelte ihn und warf die Gliedmaßen dem Verfolger in den Weg.
Dieser Abriß ist stark, geradezu sträflich, gekürzt. Schöner ist ohnehin gedrucktes.
Eine sehr lohnende, manchmal etwas anstrengende, immer aber erfrischend altherthümliche Darstellung mit Querverweisen zum endlosen Blättern bietet Benjamin Hederich in seinem Gründlichem Mythologischen Lexikon.
| Quellen & Literaturhinweise |
| Die obige Darstellung folgt vornehmlich: Hederich, Benjamin Gründliches Mythologisches Lexikon Reprographischer Nachdruck der Ausgabe Leipzig, Gleditsch 1770 der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen. 1996, Wissensch. BG., Darmstadt |
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| Apollonios von Rhodos Das Argonautenepos 2 Bde., hg. von Reinhold Glei, Stephanie Natzel-Glei 1996 Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt |
| selbst schon Klassiker: Schwab, Gustav Sagen des klassischen Altertums 1978 DTV, München |
| Eine Neuerzählung der Argonautensage: Kneifel, Hanns Die Spur des Widders 1999 Goldmann, München |
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| Schefold Karl, Karl Jung Die Sagen von den Argonauten, von Theben und Troia in der klassischen und hellenistischen Kunst (1996) Hirmer, München |
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