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| Griechische Mythologie | |
(lat. Boeotus) Dieser Sohn des Itonos und der Nymphe Melanippe wurde zum Namensgeber des Volkes von Böotien, einer Landschaft in Mittelgriechenland PAUSANIAS,Boeotien 1,1).
über Boiotos und sein Schicksal gibt es voneinander abweichende Berichte. Nach DIODORUS SICULUS soll er ein Sohn des Meergottes Poseidon und der Arne, einer Tochter des Aiolos gewesen sein, auch sein Bruder hieß Aiolos. Mit dem und seiner Mutter kam Boiotos nach Metapontos, wo die Brüder von einem Metapontiner an Kindes Statt angenommen wurden, wie es ein Orakel geraten hatte. Ihrer Mutter Arne geriet allerdings schon bald mit Autolyte, der Frau des Metapontiners, in heftigsten Streit, der dazu führte, daß Aiolos und Boitos die Autolyte umbrachten. Ihr Gatte zürnte darüber und jagte sie außer Landes.
Boiotos kam zu Aiolos, dem Vater der Arne, der ihn nun adoptierte und ihm sein Reich vererbte. Dieses Land, das später als Böotien bekannt wurde, benannte man nach der Mutter Arne, die Bevölkerung nach dem Boiotos Böotier (DIODORUS SICULUS, IV, 69, n. HEDERICH, Gründl. mythol. Lexikon, Sp. 552).
Eine andere Version der Geschichte ist von HYGINUS überliefert. Dieser gibt als Mutter die Melanippe an, als deren Vater entweder Aiolos oder Desmontes. Dieser Vater war erbost, als er hörte, seine Tochter sei eine uneheliche Verbindung mit dem Poseidon eingegangen und ließ ihr die Augen ausstechen und die Kinder, Boiotos und Aiolos, aussetzen, damit sie von wilden Tieren gefressen würden. Es fand sich aber eine Kuh ein, die die Knaben mit ihrer Milch nährte, ehe ein Hirte sie fand und aufzog.
Zu dieser Zeit wollte Metapontos, der König von Ikarien, unbedingt Kinder von seiner Frau Theano. Diese nutzte die Gelegenheit und schob die ausgesetzten Knaben ihrem Mann als ihre eigenen Kinder unter. Wenig später wurde sie allerdings selbst Mutter und trachtete danach, die untergeschobenenen Kinder loszuwerden. Die Gelegenheit sollte sich auf einer Jagd finden, doch half Poseidon seinen Söhnen dabei, die Angreifer niederzumachen. Entsetzt von diesem Verlauf erstach sich Theano mit dem Jagdmesser. Auch Desmontes mußte sterben, denn als Aiolos und Boiotos erfuhren, was der ihrer Mutter angetan hatte, brachten sie ihn um. Sie befreiten Melanippe und wieder half ihnen Poseidon, indem er Melanippe das Augenlicht wiederherstellte.
König Metapontos, hinterbliebener Witwer der Theano, heiratete nun die Melanippe und nahm Aiolos und Boiotos als seine Söhne an (HYGINUS Fab. 186, n. HEDERICH, Gründl. mythol. Lexikon, Sp. 553).