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 Griechische Mythologie
 
 

Chimaira

(gr. chímaira, „Ziege”; lat. Chimaera, dt. Chimäre) Ein feuerspeiendes Ungeheuer der griechischen Mythologie.

Die Chimäre ist ein Mischwesen mit drei Köpfen, einen vom Löwen, einen von der Ziege und einen von der Schlange. Vorn ist sie ein Löwe, in der Mitte eine Ziege und als Schwanz hat sie eine Schlange bzw. einen Drachen (HOMER, Ilias 6.181).

Die Chimaira ist eine Tochter der Hydra und Enkelin der Echidna und des Typhaon (HESIOD, Theogonie 319ff.), mithin göttlicher Natur, wie HOMER betont (Ilias 6.179f.). Ihre Geschwister waren wie sie selbst schreckenerregende Ungeheuer (siehe Hydra, Kerberos).

Von ihrem Mutterbruder, dem Hund Orthos, wurde die Chimaira Mutter der Phix (Sphinx) und des Nemeischen Löwen. (Theogonie 327ff.)

Die Chimaira hauste in Lykien, wo sie Mensch und Vieh bedrohte, bis Bellerophontes sie tötete. Der war vom König Lykiens, Jobates, zu dieser Tat überredet worden und das Stück gelang mit göttlicher Hilfe, indem ihm Poseidon das fliegende Pferd Pegasos geschenkt hatte, das Athene dem Helden aufzäumte. Aus sicherer Höhe konnte Bellerophontes so seine Pfeile gegen das Untier schießen. Es heißt auch, Bellerophontes habe die Spitze seiner Lanze mit Blei ummantelt. Als er damit der Chimaira in den feuerspeienden Rachen stieß, schmolz das Blei und lief ihr in den Leib, woran sie verstarb.

 

Mit Chimäre bezeichnet man auch die teils grotesken Mischwesen, die in den Frankensteinlabors moderner Genfabriken hergestellt werden. Auch besonders abstruse Gedanken oder „fixe Ideen” und gedankliche Trugbilder werden mit diesem Ausdruck bezeichnet.