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 Griechische Mythologie
 
 

Chiron

In der griechischen Mythologie ein Kentaur, ein Mischwesen aus Mensch und Pferd.

Als sein Vater gilt der Kronos, seine Mutter ist Philyra, eine Tochter des Okeanos. Geboren soll er je nach Quelle in Thrakien oder in Thessalien sein.

Chiron war ein Musiker, Seher und Arzt. Besonders seine Hand hatte große Heilkräfte. Chiron lebte in einer Höhle im Peliongebirge, war Vater von Okyrhoe und Endeis und Ehemann von Chariklo.
Er war der Ziehvater und Lehrmeister von Achilleus, Aristaios, Asklepios und Iason, seine Tochter heißt Hippe, eine andere Endeis.

Chiron gilt auch als einer der Lehrer des Herakles, den er in der Sternenkunde unterrichtete, wie er dem Menschen überhaupt Gerechtigkeit brachte, indem er sie Eid und Opfer lehrte und ihnen die Deutung himmlischer Zeichen nahebrachte.
HOMER rühmt ihn in der Illias als gerechtesten der Kentauren (11.832), die sonst als recht ungehobelter Haufen galten, die im Suff Menschenfrauen zu entführen trachteten (BIEDERMANN, 2000, S. 233).

Versehentlich traf den Chiron einer der Pfeile, die Herakles im Blut der Lernaeischen Schlange getränkt hatte. Niemand, auch nicht der Chiron selbst vermochte die durch das vergiftete Geschoss geschlagene Wunde zu heilen.
Unter unsäglichen Qualen schleppte sich der Kentaur in seine Höhle, wo der unsterbliche nun hoffte, einst doch vom Tod erlöst zu werden.

Die Gelegenheit ergab sich, als Prometheus auf Befehl des Zeus an den Felsen gekettet war, weil er gegen die Ordnung des Olympiers verstoßen hatte. Ein Adler suchte ihn regelmäßig auf, um ihm die Leber zu hacken. Eine elend lange Zeitspanne sollte Prometheus so leiden, solange nicht ein unsterblicher Gott sich bereit fände, statt seiner in den Hades einzugehen (AISCHYLOS, Der gefesselte Prometheus, 1020-1029.

Eingedenk seiner Wohltaten versetzte Zeus, der sich später mit Prometheus versöhnen sollte, den Chiron an den Himmel und strahlt nachts als Sternbild Sagittarius. Er ist das TierkreiszeichenSchütze”.

Nach dem heilkundigen Kentauren Chiron hat das Tausendgüldenkraut seinen botanischen Namen (E. centaurium), dessen Kräfte er entdeckt haben soll.

 

Der größte der Planetoiden heißt ebenfalls Chiron.

 

Quelle: soweit nicht gesondert vermerkt n. HEDERICH, Gründl. mythol. Lex., bes. Sp. 707-712)