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| Griechische Mythologie | |
(griech. Lorbeerbaum) Eine griechische Nymphe. Daphne ist Tochter des Flußgottes Peneios und der Gaia. Daphne war Begriff des Lorbeerbaums selbst, bekannt ist die Geschichte von ihrer Verwandlung in dieses Gewächs. Daphnaeus und Daphnaea waren Beinamen des Apollo und der Artemis, die beide in prächtigen Lorbeerhainen verehrt wurden.
Kurze Zeit nach der Tötung des Drachen Python erregte den Gott Apollo das erste Mal die Liebe. Weil er, der Überwinder des Drachen, den Amor bespöttelte, als er den seinen Bogen spannen sah, überzeugte ihn Amor durch die Stärke seiner Pfeile. Der geflügelte Liebesgott flog auf den Gipfel des Parnaß und schoß einen seiner Pfeile nach dem Apollo, der davon in Liebe entbrannte, den zweiten nach der Nymphe Daphne, die Tochter des Flusses Peneios war. Dieser Pfeil aber hatte die Wirkung, gegen jegliche amörse Wirkung abzustumpfen. Daphne eiferte fortan der jungfräulichen Göttin Diana (röm. Name der Artemis) nach und zog jagend durch die Berge, alle Freier abweisend (OVID, Metamorphosen, I.452-487).
Einmal hatte sich Leukippus, Sohn des Oenomaus, in Daphne verliebt. Um ihre Männerscheu zu überlisten, verkleidete er sich als Frau und konnte so die Bewkanntschaft der Daphne erringen. Apollo, der auch die Daphne im Auge hatte, weckte in Daphne das Begehr, daß Leukippus mit ihr und ihren Gespielinnen baden solle. Dabei flog die Täuschung auf und Leukippes starb durch die Pfeile der Jägerinnen. (PAUSANIAS in Arcad., p. 486, nach HEDERICH, Grdl. myth. Lex., Sp. 870f.)
Rastlos floh Daphne auch vor dem Apollo, ehe sie ermüdet den Peneios bat, sie zu sich zu nehmen oder ihr eine andere Gestalt zu geben. Der Wunsch wurde erhört und Daphne in einen Lorbeerbaum verwandelt. Den liebte fortan Apollo, der den Lorbeer zu seinem heiligen Baum erklärte und sein auf Wunsch des Apollo immergrünes Laub bekränzte fortan Haupt, Leier und Köcher des Gottes (OVID, Metamorphosen, I.488-566).
Dieses soll sich nach Aussage der Einwohner zu Antiochia nahe dieser Stadt abgespielt haben, Daphne selbst in Syrien geboren sein. Hier befand sich ein schöner Hain des Apollo Daphnaeus.
Nach anderer Darstellung war es Gaia, die ihre Tochter davontrug und sie oder der Zeus verwandelte sie in den Lorbeerbaum.
Nach Daphne hat der Seidelbast (Daphne mezereum) seinen Namen.
Eine andere Daphne als vorgenannte war eine Bergnymphe, die vor der Übernahme des delphischen Orakels durch Apollo dort Priesterin der Erde (Gaia, Tellus) war. (PAUSANIAS Phokis, c. 5. p. 617, nach HEDERICH, Sp. 872)
Womöglich ist diese Daphne mit der vorgenannten einerlei.
Noch eine Daphne war die Tochter des Sehers Tiresias und gilt als delphische Sibylle.
Als die Epigonen Theben erobert hatten, geriet Daphne in ihre Gefangenschaft und wurde dem delphischen Orakel zum Geschenk gemacht. Dort erwarb sie sich Ruhm als Wahrsagerin und soll auch dem HOMER als Quelle gedient haben. (Diodorus Siculus, lib. IV. c. 68. p. 187, n. nach HEDERICH, Sp. 872)