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| Griechische Mythologie | |
(griech. Zeus Knaben lat. Kastor [Castor] und Pollux, dt. Dioskuren) Unter der Bezeichnung Dioskuroi sind mehrere Gebrüder bekannt. Einmal die Brüder Tritopatreus, Eubuleus und Dionysius, deren Eltern Zeus und Persephone waren. Dann Aleo, Melampos und Emolus, deren Vater Atreus war und drittens Kastor und Polydeukes, die Kinder von Zeus und Leda. Diese drittgenannten sind die berühmtesten und üblicherweise gemeint, wenn von Dioskuren die Rede ist.
Der Leda hatte sich Gott Zeus in Gestalt eines Schwans genähert und sie durch seinen Gesang dazu bewegt, ihn in die Arme zu schließen. Als Ergebnis der Umarmung legte Leda ein Ei, ein weiteres stammte von ihrem eigentlichen Gatten Tyndareus.
Die Zeugung soll unter dem Gipfel des Taygetos erfolgt sein (KERÉNYI, 86).
Aus den Eiern schlüpften nun Kastor, Polydeukes, Helena und Klytaimnestra und zwar Polydeukes und Helena aus dem des Zeus, Kastor und Klytaimnestra aus dem des Tyndareus. Oder Kastor, Polydeukes und Helena schlüpften aus einem gemeinsamen Ei oder nur Polydeukes und Helena während Kastor und Klytaimnestra auf übliche Weise zur Welt kamen. Es heißt auch, eigentlich habe die Nemesis jenes Ei gelegt und es sei von Leda bebrütet worden.
Ort ihrer Geburt soll die kleine Insel Pephyos gewesen sein, von wo sie Hermes zur weiteren Auferziehung nach Pellanen brachte.
Zu ihren ersten Taten gehörte die Teilnahme an der Jagd auf das Kalydonische Schwein, bei der ihre Pfeile aber im dichten Wald ihr Ziel verfehlten, obgleich sie sonst als hervorragende Soldaten galten, auch bei den Olympischen Spielen den Zweig gewannen, Kastor als Reiter, Polydeukes als Faustkämpfer und Kastor gilt auch als ein Lehrer des Herakles, der den Helden im Umgang mit den Waffen unterwies.
Danach nahmen sie an Jasons Argonautenfahrt nach Kolchis teil. Hierbei ereignete sich, daß bei einem Sturm je ein Stern über den Köpfen von Kastor und Polydeukes erschien, die Fahrt konnte glücklich fortgesetzt werden. Daher galten sie später als Schutzpatrone der Schiffahrt, viele Schiffe trugen ihr Zeichen (vgl. die Seefahrt des Paulus nach Syrakus, Apostelgeschichte 28,11: Nach drei Monaten aber fuhren wir ab in einem Schiffe von Alexandrien, welches bei der Insel überwintert hatte und das Zeichen der Zwillinge führte. ).
In Kolchis gründeten die Dioskuren die Stadt Dioskurias
Während Kastor und Polydeukes auf Argonautenfahrt waren, entführten Theseus und Peirithoos ihre Schwester Helena nach Aphidna in Attika. Doch waren die Dioskuren ihnen überlegen, eroberten Aphidna, befreiten nicht Helena und führten überdies des Theseus Mutter Aethra in Gefangenschaft.
Ihr Ende fand das unzertrennliche Bruderpaar im Streit gegen Idas und Lynkeus. Zu diesem Streit kam es um die Töchter des Leukippus, Phöbe und Ilaira oder sie schlugen sich um eine gemeinsam geraubte Rinderherde. Jedenfalls starb Kastor durch den Lynkeus, den seinerseits Polydeukes niederstreckte. Zeus verhinderte durch Schleudern seines Donnerkeils, daß Idas den Lynkeus rächte.
Den Verlust Kastors betrauerte Polydeukes sehr und er erbat von Zeus, daß der dem Bruder die Ehre antäte, die auch ihm selbst, als einen unsterblichen, zukomme. Im Ergebnis waren Kastor und Polydeukes fortan abwechselnd (oder gemeinsam) je einen Tag tot, den anderen lebendig (HOMER, Odyssee 11,298-304) oder je ein halbes Jahr gemeinsam tot, den anderen am Leben. Beide wurden endlich von Zeus an den Himmel versetzt, wo sie die Zwillinge des Tierkreises sind.
Besonders verehrt wurden die Dioskuren in Lakedämonien, wo ihnen zu Ehren das Fest Dioskuria gefeiert wurde. Auch in anderen Städten Griechenlands verehrte man sie, besonders aber in Rom. Den Römern sollen Castor und Pollux einst in einer Schlacht gegen die Latiner geholfen haben. Am 28. Juni wurde ihnen ein Fest gefeiert, das daran erinnerte, daß die Dioskuren nach der Schlacht die Römer vom siegreichen Ausgang berichteten, am Brunnen der Iuturna ihre Pferde versorgten und wieder verschwanden.
Auch die Etrusker kannten das Bruderpaar als Castur und Pultuce.
Der Römer TACITUS berichtet von dem germanischen Stamm der Nahanarvaler, diese pflegten in einem Hain den uralten Kult der Alken, die wie Castor und Pollux als Brüder und Jünglinge gedacht waren. Der diesem Kult vorstehende Priester sei wie eine Frau gekleidet. (Germania, 43).
Dargestellt werden die Dioskuren mit Hüten, die je eine Hälfte der Eierschale sein könnten, gekrönt von einem Stern oder Strahlenkranz. Sie wurden zur Göttergruppe der Anaken gezählt, vereinzelt auch zu den Kabiren.
Castor hieß auch einer der Trojaner, die mit Aeneas nach Italien kamen.