| < zurück | |
| Griechische Mythologie | |
(gr. Viper, Otter, Natter) Ein Ungeheuer und dämonisches Mischwesen aus Schlange und Frau. (BELLINGER, 125)
Echidna ist nach HESIOD Tochter des Phorkys und der Keto, die beide Kinder der Gaia und des Pontos waren. Der Sänger schildert sie als ein unsterbliches Wesen, halb Mädchen mit lebhaften Augen und schönen Wangen, halb Untier, greuliche, riesige Schlange, die bei den Arimern, fernab von den unsterblichen Göttern und den sterblichen Menschen, eine Felsengrotte bewohnt. (Theogonie, 236-239 u. 295-305)
Echidna wurde von Typhaon (HOMER bezeichnet Arima als Ruhelager des Typhoeus, Ilias 2.783) schwanger und gebar den Hund Orthys, den Hadeshund Kerberos und die Hydra, welche die Chimaira gebar, die ihrerseits Mutter der Sphinx und des Nemeischen Löwen wurde. (Theogonie, 295-330)
Auch die Skylla, Gorgon, der Ladon und der Drache von Kolchis werden gelegentlich zu den Nachkommen der Echidna gezählt.
Eine Geschichte erzählt, wie Herakles ins Land der Hyperboreer zog und sich dort, ermattet von Kälte und ständigem Regen, auf seine Löwenhaut legte und einschlief. Als er erwachte, waren seine Pferde verschwunden. Er suchte sie und gelangte dabei in die Höhle, darin die Echidna hauste. Auf seine Frage, ob sie wisse, wo seine Pferde seien, entgegnete sie ihm, sie wisse das wohl und die Pferde seien bei ihr. Herakles bekomme sie aber erst dann zurück, wenn er ihr beigewohnt habe. So geschah es und Herakles zeugte mit Echidna drei Kinder, Agathyrsus, Gelonus und Skythas.
Echidna fragte Herakles, was sie später mit ihrem Kindern machen solle und der bestimmte, daß wer stark genug ist, Herrscher werden solle, die anderen aber sollten das Weite suchen. Zur Probe ließ er der Echidna seinen Bogen und seinen Gürtel zurück.
Nur dem dritten Sohn, Skythas gelang es, den Bogen zu spannen und den Gürtel nach Art des Herakles umzulegen, nachdem zuvor Agathyrsus und Gelonus daran gescheitet waren und außer Landes gingen.
Skythas aber blieb als Herrscher und wurde Urahn der Skythen.
Es wird auch Echidna als eine Personifikation der Stadt Tsebohimi (Zeboim) angesehen, deren Name Schlange bedeutet.
Ein weiteres Ungeheuer namens Echidna war Tochter von Gaia und Tartaros. Es lauerte Reisenden auf, um diese zu fressen, bis Argus sie tötete, als er sie schlafend auffand.
Echidna hieß auch einer der vielen Hunde des Aktaeon, die ihren Herrn zerrissen, als der in einen Hirsch verwandelt war.
Die obige Darstellung folgt im wesentlichen und soweit nicht gesondert zitiert: B. Hederich, Gründliches Mythologisches Lexikon.