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| Griechische Mythologie | |
(dt. Erinnyen) Die Erinyes sind eine Gruppe griechischer Rachegöttinnen und Schutzgöttinnen der sittlichen Ordnung. Als Kronos seinen Vater Uranos entmannte und dessen Blut auf ihrer beider Mutter Gaia tropfte, gebar die daraufhin die Erinyes, die Giganten und die melischen Nymphen. (HESIOD, Theogonie, 175-187)
Die Erinyes bewohnen die Unterwelt Tartaros, wo sie als Untertanen des Pluto (Hades) rastlos und erbarmungslos alle Frevler gegen das heilige Recht verfolgen, insbesondere die (Mutter-)Mörder und Blutschänder. Ihrer habhaft geworden schlagen die Erinnyen ihre Opfer mit Wahnsinn.
Bekannt ist etwa der Orestes, der als Muttermörder von den Erinyes verfolgt wurde, auch dem Alkmaion setzten sie zu. Dabei war unerheblich, ob sich für die Tat womöglich Rechtfertigungen fänden. Der Täter hatte gegen das Prinzip der Mutterschaft verstoßen und damit die Mutter Erde selbst verletzt, die dem Frevler darum ihre Erinnyen schickt.
Bei AISCHYLOS saugen diese Erinnyen das Blut der Leichen (Die Eumeniden, 174).
Nach OVID war es die Rachegöttin Erinyn, die von Hera gesandt der Io keine Ruhe ließ (Metamorphosen II,527).
Dargestellt wurden die Erinyes gern als Jungfrauen, welche Unfruchtbarkeit hervorrufen können aber auch die Fruchtbarkeit fördern.
Andere Namen der Erinnyen sind Semnai (Ehrwürdige) und Eumenides (Wohlgesinnte). Aus den rächenden Erinyes wurden später gnädige als Eumenides Segensgöttinnen, die Fruchtbarkeit bringen und Unglück abhalten; die Namen waren zunächst euphemistische Bezeichnungen der Rächergöttinnen.
Zu den Erinnyen gehören Alekto (die Unablässige), Megaira und Teisiphone (die den Mord Rächende).
Eine Erinye, die von Kratopos getötet wurde, hieß Poena (lat. Strafe). Die rächte den frevelhaften Mord an seiner Tochter und seinem Enkel, indem sie den schwangeren Frauen seines Reiches die ungeborenen aus dem Leib riß (siehe Psamathe).
Die griechischen Erinnyen entsprechen den römischen Furiae.