| Griechische Mythologie - Schauplätze | ||
(gr. Aitne, lat. Aetna) Ein aktiver Vulkan im Nordosten Siziliens, mit 3269 m der höchste Vulkan Europas.
Der Sage nach schleuderte Zeus den Berg auf den ungeheuren Typhoeus. Wenn der sich regt, gibt es die auf Sizilien häufigen Erdbeben, sein Schnauben äußert sich als Austritt von Rauch. Das von Typhoeus gespiene Feuer dient dem (nach einer jüngeren griechischen Sage, KERÉNYI, 125) dort schmiedenden Hephaistos und seinen Gehilfen, den Kyklopen, als Esse.
Trotzdem es am Ätna gelegentlich zu Ausbrüchen kommt (in der Antike beispielsweise 479 v. und 425 v.) lockte der fruchtbare Vulkanboden zur Gründung menschlicher Siedlungen. 476/475 gründete Hieron von Syrakus am Fuß des Ätna die Stadt Aitnai. Der berühmte Tragöde Aischylos verfaßte zu diesem Anlaß ein Festspiel.
Den Namen Aetna trägt ein aus der frühen Kaiserzeit stammendes lateinisches, fälschlich dem Vergil zugeschriebenes Gedicht, das die antike naturwissenschaftliche Auffassung des Vulkanismus behandelt.