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   Griechenland - Schauplätze - Ion. Inseln
 

Hyria, Zakynthos

(antik Hyria, neu auch Sakinthos, Sakynthos, ital. Zante) Die südlichste der größeren ionischen Inseln vor der griechischen Westküste bedeckt eine Fläche von 402 Quadratkilometern. Das bis 756 Meter aufragende Hügelland ist trocken, auf der Insel gibt es Vorkommen von Salz und Erdpech. Die Venezianer, die drei Jahrhunderte über Zakynthos herrschten, nannten die Insel wegen ihrer naturlandschaftlichen Reize Fior di Levante, „Blume des Ostens”.

Auf Zakynthos fand man in die Mitte des zweiten Jahrtausends v. zurückreichende Siedlungsspuren.
Literarisch erwähnte die Insel als erster HOMER, der von einer Teilnahme der Insulaner an der Fahrt gegen Troja berichtet. Damals führen sie in der Flotte des Odysseus mit (Ilias II.631-634).

In der Antike erlebte die Insel eine Blütezeit von etlichen Jahrhunderten. 214 wurde sie von den Römern besetzt, erhielten aber günstigere Bedingungen als viele andere besetzte Gebiete und profitierte zudem von der nachhaltigen Bekämpfung der Piraterie durch die Römer. Es wurde erst der römischen Provinz Achaia zugeschlagen, später erhielt es das Recht auf weitgehende Selbstverwaltung.

Nach Zusammenbruch des römischen Weltreiches war Zakynthos Schauplatz wechselnder Besetzung, teils durch die germanischen Goten und Vandalen, teils durch die wieder erstarkte Piraterie, ab 844 war es von muslimischen Sarazenen besetzt, dann kamen die Normannen, vis 1185 gehörte es zu Byzanz und ging dann kurz an Brindisi und an den Papst, ehe es 1209 unter venezianische Hoheit gestellt wurde. Die Venezianer blieben über Jahrhundert Herrscher der Insel, nur 1479 kurz von einem türkischen Intermezzo unterbrochen.

Trotz wirtschaftlicher Vorteile vermochten die Einwohner von Zakynthos die fremde Herrschaft nicht ewig zu ertragen und probten von 1628 bis 1632 erfolglos den Aufstand. Erst 1797 verließ der letzte Statthalter Venedigs die Insel. Beflügelt von den Idealen der französischen Revolution führte man auf Zakynthos die Rebublik ein, aber schon 1801 stellten Russen wieder obrigkeitsstaatliche Verhältnisse her. Ab 1809 gehörte man zum britischen Empire, ab 1815 zur Republik der Ionischen Inseln.

Seit 1863 gehört Zakynthos zum neuen Griechenland.

1953 erlitt die Insel erheblichen Schaden durch ein verheerendes Erdbeben, das fast alle Gebäude der Insel aufs Schwerste beschädigte.

 

Im Volksglauben der Insel heißt es, wer an einem 23. Dezember geboren wird, der werde später zum kalikantsaros, zum Werwolf, weil die Eltern das Kind am 25. März gezeugt hätten. Das ist der Tag von Mariä Verkündigung, geschlechtlicher Verkehr an diesem Tag frevelhafte Nachahmung der Jungfrau und Gottesmutter Mariä, mithin schwere Sünde, die den Fluch auf den Nachkommen lädt (LOREY, 233).

 

Der Strand der Insel wird alljährlich von der Unechten Karettschildkröte angeschwommen, die hier am Ort ihrer eigenen Geburt ihre Eier ablegen.