| Griechische Mythologie - Schauplätze | ||
(gr. Ziegeninsel; lat. Aegina, ital. Engia, dt. Ägina) Eine griechische Insel im Saronischen Golf, gegenüber Epidauros. Die felsige Insel ist etwa 65 qkm groß.
Im Altertum hatte die an Steilküsten reiche Insel zwei Häfen, einen heute nicht mehr vorhandenen Kriegshafen und einen für friedliche Zwecke, der noch heute benutzt wird. Reste der antiken Anlage befinden sich unterhalb des Meeresspiegels, da ganze Küste wurde seither nicht unerheblich durch Küstensenkungen verändert. Die beherrschende Lage ließ Aigina schon im 19. Jh. v. zu einem bedeutenden Handelsplatz werden. Hier prägte man etwa 665 v. die ersten Münzen des europäischen Griechenland, die als Stempel eine Schildkröte zeigten.
495 v. wurde Aigina vom festländischen Rivalen Atten besiegt und durch Tributpflichten dauerhaft niedergehalten.
Denn im Altertum trieb Aigina bedeutenden Handel, reich geworden konnte es in den Perserkriegen eine größere Flotte aufbieten als Athen. Nach Besiegung der Perser war es aber Athen, das Aigina eroberte und die Einwohner zur Flucht nach Thyrea auf dem Peloponnes zwangen. Sie kehrten zwar später wieder zurück, konnten ihre alte Bedeutung aber nicht wiedergewinnen (PAUSANIAS, Argolis, 29.5)
Früher soll die Insel Oenone geheißen haben. Dann wurde die Nymphe Aigina, Tochter des Asopos und der Metope, von Zeus auf die Insel entführt und geschwängert. Aigina wurde Mutter des Aiakos und der benannte die Insel nach seiner Mutter.
Seinerzeit (1. Jh. n.) begrüßte den im Hafen gelandeten Reisenden ein Tempel der Aphrodite, der auf einem Hügel errichtet war. Archäologische Arbeiten ergaben, daß das Heiligtum der Aphrodite auf einen Fundament aus mykenischer Zeit ruht.
Das Aiakeion, ein viereckiger, von Olivenbäumen begrünter Bezirk aus Marmor mit einem Altar, der als Grabmal des Aiakos galt, war hervorragendster Platz der Insel [Kolonnahügel]. Hier befand sich auch das Grab des Phokos, ein Erdhügel mit einem unbehauenen großen Stein darauf. In der Nähe lag das Theater, dessen Größe und Ausführung dem von Epidauros entsprach (ebd., 29.6-11).
PAUSANIAS berichtet weiter, meistverehrte Göttin auf Aegina sei die Hekate, der hier jährlich ein Fest gefeiert wurde, das der Sänger Orpheus eingerichtet haben soll (ebd., 30.2).
Nach Angaben des PAUSANIAS am Weg zum Berg Panhellion (ebd., 30.3), nach moderner Auffassung in der Nordostspitze der Insel (ebd., Anm. zu S. 136), steht auf einer Höhe ein berühmter Tempel der Aphaia. Der dorische Bau soll aus dem 5. Jh. v. stammen, 22 Säulen stehen noch, die erhaltenen Giebelfelder stellen Szenen aus dem Trojanischen Krieg dar. Reste der Arbeit (um 480/490 v.) befinden sich heute in der Münchener Glyptothek. Aphaia ist eine alte lokale Fruchtbarkeitsgöttin, deren Platz später die Athene einnahm.
Als weitere Kultstätten nennt PAUSANIAS das von Alkaion dem Zeus errichtete Heiligtum auf dem Berg Panhellenion, einen Tempel der Nike Apteros, des Apollon (aus dem 6. Jh. v.), des Dionysos und der Artemis.