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   Griechenland/Vorderasien - Schauplätze
 

Antiochia

(griech. Antochaia, türk. Antakya o. Antakiyah) Es gibt mehrere Gründungen der Seleukiden, die sie Antiochia nannten (nach Antiochus, dem Namen mehrerer Seleukidenherrscher). Hier ist von Antiochia am Orontes in Syrien die Rede, dem heutigen Antakya.

300 v. gründete Seleukos I. am Fluß Orontes 25 Kilometer von der Mittelmeerküste eine Stadt, die er nach seinem Vater Antiochia nannte. Die günstige Lage der Stadt, ihr Hafen hieß Seleukia, verhalf Antiochia zu raschem Gedeihen und der Ort wurde zur Residenz der Herrschaft, die hier ihre Prachtbauten errichten ließen.

Stadtgöttin Antiochias war die Tyche. Eine antike Plastik zeigt sie sitzend, wobei ein Fuß der Gekrönten auf dem Flußgott ruht (Orontes?).

In der hellenistischen Welt gewann Antiochia hervorragende Bedeutung, daß es nach Alexandria und Seleukia am Tigris zur „dritten Stadt der hellenistischen Welt” aufstieg, die freilich für ihre Sittenlosigkeit bekannt war.

Nachdem das Reich der syrischen Seleukiden zusammenbrach und der armenische König Tigranes es 83 v. erobert hatte, eroberten die Römer Syrien und machten Antiochia zur Hauptstadt ihrer Provinz Syria (YONAH u. SHATZMAN, 46f.).

In Antiochia hat das Judentum alte Wurzel, die jüdische Bevölkerung verwies auf Siedlung dort seit der Zeit des Seleukos I.
Später wurde Antiochia für das junge Christentum bedeutsam. Petrus und Paulus nahmen hier zeitweise Wohnung und trafen hier auch den in Antiochia geborenen Evangelisten Lukas, Paulus begann von hier laut Apostelgeschichte seine Missionsreisen. In Antiochia sollen die Anhänger Jesu das erste Mal Christen genannt worden sein (Apg. 11,26) und es gab hier die ersten von jüdischen Synagogen unabhängige Gemeinden. Noch lange nach den Aposteln standen die Bischöfe von Rom, Alexandria und Antiochia in gleichrangig hohem Ansehen, 325 nannte man die Stadt auf dem Konzil von Nicäa „Auge der Christenheit”.

Einer dieser frühchristlichen Bischöfe ist Ignatius von Antiochien (gest. v. 117), der in seinen „Sieben heilige Briefen” an verschiedene Gemeinden erstmals den Begriff „katholische Kirche” verwendete.

Im vierten Jahrhundert soll der hl. Erasmus Bischof von Antiochia gewesen sein. Der habe sich vor der Christenverfolgung des römischen Kaisers Diokletian auf einen Berg des Libanon flüchten müssen.

Um 350 wurde in Antiochia Johannes Chrysostomus geboren, der hier beim Bischof Meletios als Diakon wirkte und später Patriarch und Kirchenlehrer wurde, der als Heiliger verehrt wird.

Ein Erdbeben vernichtete im Jahre 526 einen Großteil der Stadt, 250.000 Menschen sollen bei der Katastrophe den Tod gefunden haben.

637 eroberten Araber Antiochia.

1098 konnten die christlichen Kreuzritter unter Bohemund von Tarent nach mehrmonatiger Belagerung Aleppo erobern und sie begründeten das Fürstentum Antiochia, das bis zur Niederlage gegen die Mamluken Bestand hatte und wichtiger Ausgangspunkt für Unternehmungen gegen die Festung Aleppo war.

Das antike Antiochia heißt heute Antakya und ist eine Stadt in der südtürkischen Provinz Hatay mit rund 130.000 Einwohnern.

 

Weitere Sammlung

Nahe Antiochia, in Daphni, hatte der Gott Apollo Daphnaeus in einem Hain besonders schöner Lorbeerbäume seinen Tempel. Hier soll er der Nymphe Daphne nachgestellt haben, die von Zeus gerettet wurde, indem er sie in einen Lorbeerbaum verwandelte.
In römischer Zeit war diese Stätte ein Ort des Asyl, wo vom Gericht verfolgte auf ihre Begnadigung warteten.
Die Sage von Apollon und Daphne dürften die Makedonier hierhergebracht haben, denn nach anderer Darstellung soll sie sich in Thessalien abgespielt haben.
Sonst war Daphni den reicheren Antiochiern beliebte Sommerresidenz, hier fanden sich zahlreiche prächtig ausgestattete Villen aus der Kaiserzeit.

Nahe Antiochia fand man in dem Hügel Açana Höyügü im Tal des Orontes eine Anzahl uralter Siegelzylinder, die von hier ansässigen Kulturen erzählen, die bis in die Zeit Sumers und Altägyptens und noch darüber hinaus künden.