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   Griechische Mythologie - Schauplätze
 

Attika

Der südöstliche Teil Griechenlands, etwa 2600 qkm groß und eine naturliche Einheit, im Osten von der Ägäis, im Süden vom Sartonischen Golf, im Westen von der Megaris und im Norden von Böotien begrenzt. Das Flachland Attikas teilen Gebirge in mehrere Ebenen, die triasische im Westen, die Ebene Pedion zwischen Parnes, Hymettos und Pentelikon, das Zentralland Mesogaia im Osten und die von Marathon im Norden.

Das so zerteilte Land machte es für die Landwirtschaft weniger geeignet, nur etwas Wein, Öl, Getreide und Feigen wurden angebaut. Dafür gab es Silberminen im südlich gelegenen Laureiongebirge, am Pentelikon und am Hymettos fanden sich hervorragend brauchbare Tonerden, am Pentelikon wertvoller Marmor. Der Mangel an Flächen für den Getreidebau zwang die attischen Städte geradewegs dazu, Handel zu treiben, allen voran Athen, dessen Staatsgebiet Attika in der Hauptsache war.

Eine erste Einteilung des attischen Landes soll Kekrops vorgenommen haben, der erster König Athens war und aus Ägypten gestammt haben soll. Um das Land besser gegen Aonen aus Böotien und kleinasiatischen Karern schützen zu können, teilte Kekrops es in zwölf Gemeinden ein, Kekropia, Tetrapolis, Epakria, Dekeleia, Eleusis, Aphydna, Thorikus, Brauron, Kytheros, Sphettos, Kephissia (Kephissa) und Phaleros. Kekropia war dabei nur die spätere Akropolis des späteren Athen, der die Göttin Athene selbst den Namen gegeben haben soll.

Atthis

Als mythische Namensgeberin der Landschaft Attika gilt Atthis, die unverheiratet gebliebene Tochter des Kranaos, der zweiter König von Athen war. Zuvor soll Attika den Namen Actäa getragen haben.
Nach mancher Deutung ist diese als Jungfrau gestorbene Atthis Vorbild für die jungfräuliche Göttin Athene, der Athen seinen Namen verdankt (ABEL, Hist. Monarch. II, 1, §12, zit. n. HEDERICH, Sp. 479).

 

Der Stammvater der attischen Ikarier soll Ikarios gewesen sein, der von Dionysos den Wein erhalten hatte.

Als eine der ältesten Städte Griechenlands gilt Megara, deren attische Urbevölkerung unter dorischen Einfluß kam.

In dem Ort Zoster in Attika wurde Apollo unter dem Beinamen Zosterius verehrt. Ihm, der Artemis und der Leto opferten besonders die Fischer. Der Name Zoster bedeutet Gürtel, weil Leto hier einen solchen ablegte, ehe sie sich zum Bade in die See begab (vgl. Herpes zoster, Gürtelrose).

Auf dem Berg Hymettus in Attika verehrte man den Zeus als Ombrios (vgl. Jupiter Pluvius).

Von attischem Landvolk ist überliefert, daß der Wein zunächst wenig Begeisterung bei ihnen fand. Ikarios hatte von Dionysos den ersten Wein erhalten und bewirtete dsamit die Bauern, die bald trunken niedersanken. Sie wähnten, Ikarios habe sie mit dem Trunk vergiften wollten und erschlugen ihn. Als dessen Tochter den toten Ikarios fand, erhängte diese Erigona sich. Dionysos strafte die Übeltäter, indem er die Töchter der attischen Metropole Athen mit einer besondere Neigung zum Strick belegte, was erst aufgehoben wurde, als die Athener den verstorbenen genügende Achtung erboten hatten. (HYGINUS, Fab. 130)