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   Griechische Mythologie - Schauplätze
 

Böotien

(griech. Boiotia) Eine sich über etwa 2500 qkm erstreckende Landschaft in Mittelgriechenland, zwischen dem Parnaß und dem Golf von Euböa, im Norden hügelig, im Süden gebirgig, in der Mitte ein ebenes Tiefland.
Hauptorte dieser rings von hohen Bergen umgebenen Beckenlandschaft mit den Flüssen Kephissos und Asopos sind Theben und Lewadia, andere wichtige Städte waren im Altertum Plataiai, Orchomenos, Tanagra und Chaironeia.

Böotien war vornehmlich ein Gebiet, in dem Ackerbau und Viehzucht gediehen. Es war Kornkammer Griechenlands und galt als Hochburg der Pferdezucht. Am Seehandel nahmen die Böotier weniger teil, fehlte es doch an geeigneten Häfen. Von strategischer Bedeutung war es als Durchzugsgebiet, viele Schlachtfelder (Cheironeia, Leuktra, Plateia) zeugen davon.

Der Sage nach ist Boiotos Namensgeber von Landschaft und Bevölkerung. Der war ein Sohn des Itonos, ein Sohn des Amphiktyon, und der Nymphe Melanippe. Als Ureinwohner galten PAUSANIAS die Plataeer, die nach der Plateia, einer Tochter des Flusses Asopos, heißen sollen (Boeotien 1,1), es war in früherer Zeit auch als „Land des Kadmos” bekannt (Kadmos war Gründer von Theben).

Als historisch nachgewiesen gilt die Einwanderung dorischer Griechen, die von Thessalien kommend dem Land den Namen gaben. Diese verdrängten die ältesten Bewohner des Landes, deren Spuren bis in die Steinzeit zurückreichen, wie Ausgrabungen ergaben.
Böotien war Zentrum mykenischer Kultur.

Den Böotern wurden von anderen Griechen Plumpheit und Unbildung nachgesagt. Dabei haben sie mit HESIOD einen der größten Dichter, auch PINDAR und PLUTARCH stammten hierher, HOMER erwähnt 29 böotische Staaten, die am Krieg gegen Troja teilnahmen (Illias 2.494ff.).

Wenigstens seit dem 6. Jarhundert v. hatten sich die Staaten Böotiens zum Böotischen Bund zusammengeschlossen, dessen Führungsmacht Theben war. Dieser Bund erlangte im 4. Jh. v. durch Epaminodas die Höhe seiner Macht und bestand noch in Zeiten römischer Besatzung.

 

Gemeinsamer Kult der Böotier war die Verehrung der Athene Itonia. Alljährlich feierten sie in ihrem Tempel ihr Nationalfest.

In Böotien liegt der den Musen geheiligte Berg Helikon, die davon auch den Beinamen Helikoniades tragen. Hier sollen sie dem HESIOD die Dichtkunst gelehrt haben.

Der Berg Kerykios in Böotien wird als Geburtsort des Hermes genannt.

In Böotien soll Herakles mit dem Höllenhund Kerberos an die Erdoberfläche gekommen sein. Hier befand sich ein Standbild des Helden, der dort unter dem Namen Charops verehrt wurde.

Unter dem Namen Megalartos wurde Demeter zu Scolos in Böotien verehrt. Der Name stammt von ihr dort geopferten großen Broten.