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   Griechische Geschichte - Schauplätze
 

Cheironeia

(Chaironia, Chaeronea, Chäronia) Ein Ort im nördlichen Böotien, am Weg von Lamia nach Theben.

Der Ort heißt nach Chairon, einem Sohn des Apollo und der There, die eine Tochter des von der Erde geborenen Phlyos gewesen sein soll.

Neben einem antiken Theater fand man in Cheironeia das berühmte Standbild eines sitzenden Löwen. Den sechs Meter hohen „Löwen von Chaeronea” konnte man 1902 aus vorhandenen Bruchstücken nahezu völlig wiederherstellen und wieder auf seinen 3 m hohen Sockel setzen. Er wacht vor der Grabstätte der hier 338 v. gefallenen Thebaner, die unter Demosthenes den von Philipp II. geführten Makedonen unterlagen. 254 Skelette wurden in der rechteckigen Anlage gefunden.

Das Grabmal weist keine Inschrift auf. Für PAUSANIAS war das Anzeichen dafür, das man meinte, das Schicksal dieser Thebaner habe nicht ihrem Mut entsprochen; für den stehe der Löwe (Boeotien, 40.10). Ähnliche Löwengrabmale fand man in Amphipolis / Thrakien, Thespiae / Böotien und auf der Insel Keos.

Von den Cheironaiern wurde ein Szepter kultisch verehrt, das nach HOMER der Hephaistos für den Zeus gefertigt hatte. Zeus gab es dem Hermes, Hermes dem Pelops, Pelops dem Atreus, Atreus dem Thyestes und Thyestes dem Agamemnon als Symbol seiner Herrschaft (Ilias, 2.100-108). Dieses Szepter verehrten die Cheironaier nicht in einem Tempel, vielmehr verwahrte ein jährlich bestimmter Priester das „Speer” genannte Artefakt, das sie einst an der Grenze zwischen ihrem Land und Panopeus in Phokis gefunden hatten und dem sie nun täglich Fleisch und Gebäck opferten (ebd., 40.11-12).

Oberhalb des Ortes liegen Reste der Akropolis.
Dort befindet sich ein „Petrarchos” genannter Stein. Hier soll die Rhea den Kronos betrogen haben, indem sie ihm statt des kleinen Zeus einen Stein zu fressen gab. Eine Statue des Zeus oben auf dem Berg erinnerte daran (ebd., 41.6).

In Cheironeia kochte man aus verschiedenen Blumen (Lilie, Rose, Narzisse, Schwertlilie) Salben zur Schmerzlinderung. Mit der Salbe aus Rosen konservierte man die hölzernen Statuen (ebd., 41.7).

 

Aus Cheironeia stammt der Schriftsteller Plutarch.