| Griechische Mythologie - Völker und Schauplätze | ||
(gr. Kimmerioi) Bei HOMER heißt es von den nächtlichen Kimmeriern, ihr Land sei an des tiefsten Oceans Ende, in dem nie die Sonne scheint (Odyssee 11.12f.).
Dieses Volk sollte auch laut dem Bericht des HERODOT jenseits der Rhipäischen Gebirge ein finsteres Land bewohnen, das niemals von der Sonne beschienen werde.
Da die Kimmerier somit offenkundig hoch im Norden lebten, wo bekanntlich die Tage im Winter vergleichsweise kurz sind, wurden sie in den germanischen Kimbern wiedererkannt, die auf der Kimbrischen Halbinsel (zwischen Ostsee und Nordsee, Jütland und Schleswig-Holstein) lebten.
Sie sollen in Keilschrifttexten als Gimirai erwähnt sein; in der Bibel erscheinen sie als Volk von Gomer, das vom ältesten Sohn Noahs abstamme, dem Japhet (1. Mose 10,2), der dem Japetos der Griechen gleich sei, dem Vater des Atlas, der im Norden die Himmelssäule trage (J. SPANUTH, 1998, S. 35).
Die Kimmerier waren aber auch ein Reitervolk indoeuropäischer Herkunft, das in Südrußland nördlich des Schwarzen Meeres heimisch war. Diese Kimmerier drangen im 8. Jh. v. nach Kleinasien und in den unteren Donauraum ein und richteten erhebliche Verheerungen an, bis sie vom Assyrer Asarhadon um 680 v. besiegt wurden. Auf dem Rückzug verwüsteten die Kimmerier Phrygien, Lydien und etliche der griechischen Städte an der Küste Kleinasiens.