| Griechische Mythologie - Schauplätze | ||
Ein mittelgriechisches, bis 1409 Meter aufragendes wald- und wildreiches Gebirge zwischen Attika und Böotien, in Sonderheit ein Berg bei Theben.
Nach diesem Gebirge nannte man die Musen Kithaeriades, da sie sich hier gern aufhielten, Kithaeronia nannte man die Hera nach ihrer Verehrung auf dem Kithairon, ebenfalls deswegen hieß ihr Gatte Zeus Kithaironios.
Das Gebirge selbst war nach einem alten böotischen König benannt. Als einmal Zeus und Hera sich wegen der üblichen Abwege des Zeus entzweit hatten, riet der kluge Kithairon dem, er solle eine hölzerne Statue anfertigen, sie als Frau bekleiden und sodann als angebliche Platäa und seine neue Gattin im Planwagen herumführen.
So tat Zeus, woraufhin Hera, als sie davon erfuhr, auf den Wagen herabfuhr und die Kleider von der Statue riß. Da bemerkte die Göttin, daß sie überlistet worden war und mußte herzlich lachen und war bereit zur Versöhnung.
Jährlich erinnerte man später mit einem Daedalen genannten Fest an diese Begebenheit. Daedalen war die Bezeichnung der hölzernen Statuen.
In der Sagengeschichte der Stadt Theben spielte der Kithairon eine wichtige Rolle.
Pentheus stellte sich dem Dionysos entgegen, als dessen Dienst in Theben Einzug hielt. Auf dem Kithairon schaute Pentheus dem Treiben der rasenden Mänaden des Dionysos zu, deren Anführerin Agave in ihm ein Schwein erkannte. Die Frauen stürzten sich auf Pentheus und zerrissen ihn. (OVID, Metamorphosen, III,692-733)
Auf dem Kithairon wurde Ödipus ausgesetzt, weil sein Vater Laios befürchten musste, sein Sohn werde ihn dereinst umbringen.