| Griechische Mythologie - Schauplätze | ||
Aus griechischen Städten siedelten, wenn sich die polis fruchtbar entwickelt hatte, Bevölkerungsteile aus und gründeten apoikiai, Tochterstädte. Diese blieben ihrer Mutterstadt (Metropolis) meist freundschaftlich verbunden, waren aber politisch und wirtschaftlich von ihnen unabhänging. Manche dieser Ausgründungen hatte ihrerseits Kolonien, so Syrakus, das um 733 v. von Korinth gegründet wurde und um 598 v. seinerseits Kamarina gründete.
Durch Ausgründung der apoikai verbreiteten sich die Griechen über das eigentliche Griechenland hinaus auf die ägäischen Inseln, an die kleinasiatische Küste und im 8. bis 6. Jahrhundert an den Küsten des Schwarzen Meeres, Sizilien und Süditalien, die dalmatinische Küste und sogar die gallischen und spanischen Mittelmeerküsten.
Bei der Gründung der Kolonie wurde vom Gründer, dem oikistes, für gewöhnlich zunächst ein Orakel befragt, vornehmlich das von Delphi. Hatte man den Ort erreicht, erhielt das Gemeinwesen, die neue polis, eine Verfassung und jeder Siedler ein Stück Land.
Wenn Siedler als eine weitere Zuwanderungswelle in eine bereits gegründete apoikia strömten, spricht man von einer epoika.
Anders als die apikiai blieben als Kleruchie durchgeführte Gründungen von der Mutterstadt abhängig. Kontingente von einigen hundert oder tausend Siedlern, den klerochoi, wurden in entfernte Gefilde ausgesandt und erhielten dort als bebaubares Land den kleros, der im Besitz des Königs verblieb. Die Bürger wurden in attischen Registern geführt und waren steuer- und dienstpflichtig.
Besonders Athen bediente sich dieser nach ägyptischen Vorbild gestalteten Form der Kolonianisierung außerhalb Attikas. So wurde 506 v. Chalkis auf der Insel Euböa gegründet, Mitte des 5. Jhs. sandte Athen eine Kleruchie nach Lemnos.