| Griechische Mythologie - Schauplätze | ||
Im Golf von Tarent/Unteritalien lag diese griechische Kolonie in Nachbarschaft der Stadt Sybaris. Trotzdem beide Städte griechische Gründungen waren, sollen ihre Einwohner völlig unterschiedlichen Temperaments gewesen sein: Brachte Kroton tüchtige Athleten, Mathematiker und Ärzte hervor, glänzte Sybaris als Hort verweichlichten Wohllebens.
Als Namensgeber der Stadt gilt Kroton. Den hatte Herakles, als er mit den Rindern des Geryon Süditalien durchzog, versehentlich erschlagen. Darüber war der Heros so betrübt, daß er für Kroton ein festliches Leichenbegräbnis abhielt und seinem Namen durch Begründung der Stadt Kroton Unsterblichkeit verschaffte.
Eines Tages (511 o. 510 v.) kam es zwischen Kroton und Sybaris zum Waffengang, bei dem die robusteren Krotoner unter Führung des Ringers Milon obsiegten, trotzdem Sybaris der mächtigere der beiden Nachbarn war.
Der Legende nach soll für den siegreichen Ausgang mitentscheidend gewesen sein, daß Kroton eine Abteilung Flötenbläser aufbot, deren Spiel die sybaritische Reiterei völlig durcheinander brachte. Im genußfreudigen Sybaris waren die Pferde - ähnlich heutigen Dressurpferden - zum Tanz nach Musik abgerichtet, so daß sie Pirouetten tanzten, statt dem Befehl ihres Reiters zu folgen. Überdies standen Kroton etliche raffinierte Kriegsmaschinen zur Verfügung, die der Baumeister und Mathematiker Pythagoras entwickelt hatte (siehe die Schilderung in COLERUS, Pythagoras, S. 410).
Denn in Kroton begründete der aus Samos stammende Weise Pythagoras im 6. Jh. v. die religiöse Gemeinschaft der Pythagoreer, die innerhalb des aristokratisch verfassten Gemeinwesens erheblichen Einfluß hatten.
Als auch in Kroton die Demokratie Oberhand gewann, wurden die Pythagoreer in der 2. Hälfte des 5. Jh. v. von dort vertrieben.