| Griechische Mythologie - Schauplätze | ||
(Limnos) Die bis auf wenige Hügel flache und fruchtbare, vulkanische Insel von knapp 480 qkm Fläche liegt in der nördlichen Ägäis. Schon vor Ankunft der Griechen war sie besiedelt, die antiken Menschen bezeichneten die Einwohner als Pelasger oder Tyrsenoi (Etrusker). Im 6. Jahrhundert wurde Lemnos von Miltiades erobert und blieb als Kleruchie, eine von der Mutterstadt abhängige Gründung, überwiegend unter Einfluß Athens. Als 297 v. germanische Goten in den Mittelmeerraum zogen, wurde Lemnos von ihnen verwüstet.
Hauptort des modernen Limnos ist Mirina.
Dem Mythos zufolge wuchs auf der Insel Lemnos der Schmiedegott Hephaistos heran. Der war kleinwüchsig und hinkend auf die Welt gekommen und aus dem Olymp gestürzt worden. Auf Lemnos schlug er auf (HOMER Illias, 1.592-594) und soll hier seine unterirdische Schmiede eingerichtet haben.
Denn auf der Nordseite der Insel gibt es den Erdfeuer-Krater Mosychlos. Dem entströmen brennbare Gase, worin man Dämpfe aus der unterirdischen Schmiede des Hephaistos zu erkennen meinte.
Hier war dem Gott ein Heiligtum geweiht, in der Nähe hatte er seine Stadt Hephaistias.
Manchmal wurde angenommen, dieser Ort sei jener Platz gewesen, wo Prometheus dem Zeus das Feuer stahl. Dagegen wird eingewandt, daß auch dieses Gas erst hätte entzündet werden müssen (KERENYI 1959, S. 86).
Lemnos gilt auch als Heimat der Kabiren, deren Stammvater Hephaistos sein soll. Diese lemnischen Kabiren nannte man Karkinoi, Krebse. Das soll darauf hindeuten, daß diese Urmenschen Schmiede gewesen seien, wobei ihre Schmiedezangen an Krebse erinnerten (KERENYI 1959, S. 87). Diese Kabiren sollen dem AISCHYLOS zufolge (in Kabeiroi) später wiedergekehrt sein und sich, nebst den Argonauten, auf Lemnos hemmungslos betrunken haben (ebd.).
Hier lebten auch die Lemniades. Diese Frauen verweigerten eine Zeit lang der Aphrodite (Venus) die Opfergaben. Die Göttin rächte sich, indem sie den Frauen mit bocksartigen Gestank verfluchte. Daraufhin entflohen ihre Männer nach Thrakien. Später gelangten zu ihnen die Argonauten, deren Besuch reichen Kindersegen hinterließ.
Man sagt auch, die hier lebenden Amazonen hätten ihren Männern am Strand von Akti Mirinis die Kehlen durchgeschnitten.