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   Griechische Mythologie - Schauplätze
 

Lesbos

(Lesvos) Diese fruchtbare Insel vor der kleinasiatischen Küste ist 1750 qkm groß. Nach der wichtigsten ihrer fünf Städte (heute Mitilini) wird die Insel auch Mytilene genannt.


 
Bereits in der Bronzezeit war Lesbos besiedelt. Homer gemäß wurde die Insel unter Achilleus von Griechen erobert, als es von Troja besetzt war. Es siedelten vornehmlich Äolier.

Lesbos war im Mythos der Sohn des Lapithes und Enkel des Aeolus. Er zog auf Anraten des Orakels mit einer Anzahl Siedler auf die Insel Lesbos, heiratete dort die Tochter des dortigen Königs Makareus und bekam dadurch die Herrschaft über die Hälfte der Insel, die nachher nach ihm ihren Namen bekam.

Nach Lesbos trieb der Kopf des von den Mänaden zerrissenen Sängers Orpheus. Als eine Schlange in das angetriebene Haupt beißen wollte, verwandelte sie der Gott Apollo in Stein. Die Lesbier bestatteten danach den Kopf und verdanken diesem Umstand ihre besondere musikalische Begabung.

Im siebten Jahrhundert herrschte auf Lesbos Uneinigkeit zwischen Adel — es hatte sich auf Lesbos schon früh eine Adelskultur entwickelt — und Volk. Zum Schlichter berief man Pittakos von Mytilene, der sich bereits im Kampf gegen Athen ausgezeichnet hatte. Pittakos gelang eine Ordnung des Staates und Schlichtung der Streitigkeiten, die allerdings zur Vertreibung einiger Adeliger führte, darunter Sappho und Alkaios. Das Ergebnis der Arbeit des Pittakos, der zu den sieben Weisen gezählt wurde und der nach erfolgreicher Arbeit zurücktrat, war eine bis ins sechsate Jahrhundert anhaltende Blüte der Insel.

Lesbos brachte große Dichtung hervor, Sappho und Alkaios sowie den Philosophen und Naturkundler Theophrast.

Nach der Dichtung der Sappho, die ihre Liebe zu ihren Priesterinnen in ihrer Lyrik besingt, heißt die weibliche Variante homoerotischer Geschlechtlichkeit lesbische Liebe.