| Griechische Mythologie - Schauplätze | ||
(v. gr. lykos, Wolf; lat. Mons Lycaeus) Ein Gebirge in Arkadien, heute Diaphorti oder Hagios Elias.
Mehrere Gottheiten sollen in diesem Gebirge ihre Jugend verbracht haben. Zeus soll hier aufgezogen worden sein, Pan wurde hier geboren.
Am Gipfel des Lykaion, der auch Olymp oder Heiliger Gipfel genannt wurde, stand im Altertum das Heiligtum des Zeus, der hier Lykaios genannt wurde und hier von den Nymphen Hagno, Theisoa und Neda aufgezogen worden sein soll. Wenn es andernorts heißt, Zeus sei auf der Insel Kreta geboren sein, so entgegneten dem die Arkadier, es sei der Platz Kretea am Lykaion gemeint.
Auf dem Gipfel des Berges standen zwei von vergoldeten Adlern gekrönte Säulen, die sich allerdings nicht mehr dort befanden, als PAUSANIAS im ersten oder zweiten Jahrhundert seine Beschreibung Griechenlands verfasste. Der Kult wurde seinerseits noch gepflegt, PAUSANIAS mochte sich aber nicht näher nach der Art des Opfers erkundigen (Arkadien, 38.6-7), kannte er doch die Überlieferung, dernach hier Menschenopfer üblich gewesen waren.
Weiter berichtet PAUSANIAS vom heiligen Bezirk, den kein Mensch betreten durfte. Wer es dennoch tat, der starb binnen Jahresfrist. Tiere, die in diesen Bezirk eindringen, sollten nach Aussagen von Jägern keinen Schatten werfen (ebd.). In dieses Heiligtum soll der Jäger Arkas seine in eine Bärin verwandelte Mutter Kallisto verfolgt haben, beide versetzte Zeus als Sternbilder an den Himmel, sie als Bärin, ihn als Bärenhüter.
Die drei Nymphen, die den Zeus aufgezogen haben sollen, wurden in diesem Gebiet zu Namensgeberinnen. Nach der Theisoa hieß eine Stadt, nach der Neda ein Fluß und nach der Hagno eine Quelle im Lykaiongebirge. In diese Quelle tauchten Priester des Zeus Lykaios nebst den vorgeschriebenen Opferungen einen Eichenzweig oberflächlich ein, um bei anhaltender Trockenheit Regen zu erbitten. Aus dem Wasser sollte dann ein Nebel aufsteigen, der sich zu größeren Wolken formierte und den ersehnten Ringen brachte (PAUSANIAS, Arkadien, 38.4).
An die Geburt des Pan erinnerte im Lykaion ein dem Pan Lykaios geweihter Tempel mit heiligem Hain.
Den Namen Hagios Elias hat das Gebirge nach einer Kapelle des heiligen Elias, die sich auf einer Hochfläche knapp unterhalb des Gipfels befindet.