| Schauplätze griech. Mythologie / Kleinasien | ||
Im Altertum eine Landschaft an der Südküste Kleinasiens, heute Türkei. Ihre Bewohner, die Lyker oder Lykier, hatten eine für indoeuropäisch gehaltene Sprache mit mancherlei Besonderheiten.
HERODOT berichtet, die Lykier seien ehedem von Kreta nach Kleinasien gekommen, ihre Nachbarn hätten sie Tramilen (Tremilen) genannt.
Die lykische Baukunst zeichnet sich durch monumentale Grabbauten aus, die stilistisch von der ionisch-kleinasiatischen Baukunst beeinflußt sind.
Vormals hieß die Gegend Milyas, ehe Sarpedon sie zu Ehren des Lykus in Lykien umbenannte. Dieser Lykus hatte sich besonders den Kulten der Göttinnen angenommen, vornehmlich dem der Demeter.
Sarpedon selbst gründete in Lykien die Stadt Mileus.
Unter Sarpedon und Glaukos beteiligten sich lykische Truppen auf Seiten des trojanischen Königs Priamos am Krieg gegen die Achaier (HOMER, Ilias 2.876ff.)
Ein weiterer Lykus errichtete am Flusse Xanthos dem lykischen Apollo einen berühmten Tempel. An der Mündung das Xanthos lag Patara, in antiker Zeit eine Großstadt, heute ein Ruinenfeld bei Kalkan.
Später wurde Lykien vom Perserkönig Kyros erobert, fiel dann unter makedonische und syrische Herrschaft, dann gehörte es Rhodos. Seit 190 v. bildeten lykische Städte einen unabhängigen Bund. Unter Kaiser Claudius wurde Lykien die römische Provinz Lycia (43 n.).
In Lykien hauste das dreiköpfige Ungeheuer Chimaira, ein Mischwesen, das von Bellerophon im Auftrag des lykischen Königs Jobates überwunden wurde.
In Lykien soll der Riese Reprobus gestorben sein, der den jungen Christus über einen Fluß getragen hatte und daraufhin zum Christopherus wurde.