| Griechenland - Schauplätze | ||
Eine Stadt auf zwei Hügeln in der Landschaft Megaris, nördlich der Landenge von Korinth. Megara gilt als eine der ältesten Städte Griechenlands.
Ehedem war Megara eine sehr wohlhabende Stadt. Aus der Zeit des Tyrannen Theagenes (7. Jh.) stammt eine Wasserleitung, von der Reste erhalten sind.
Pflanzstädte Megaras aus dem 8.-6.Jh.v. waren die Kolonien Megara Hyblaia, Herakleia Pontike, Kalchedon und Byzanz (660 v.).
Im 7. Jh. führten Regierungswirren zum Niedergang Megaras, westliche Gebiete gingen an Korinth, Salamis an Athen. Im 6.Jh. schloß man sich dem Peloponnesischen Bund an, nahm im 5.Jh. am Perserkrieg teil und geriet dann in die Streitereien zwischen Athen, Korinth und Sparta. Der von Athen gegen Megara verhängte Handelsboykott führte zum Peloponnesischen Krieg.
In friedlicheren Zeiten seit der Neutralität ab dem 4. Jh. erholte sich Megara und wurde zum kulturellem Zentrum, wo Eukleides seine Philosophenschule gründete.
In der Nähe der Stadt Megara stand ein Heiligtum, wo der Königin Meganira gedacht wird, deren Dienerin Jambe mit ihren Späßen die unglückliche Demeter zum Lachen brachte.
Einer der sehr alten Könige Megaras war Pyles. Der verheiratete seine Tochter Pelia an Pandion, den Sohn des Kekrops und achten König von Athen, der aus seiner Herrschaft vertrieben worden war, und gab ihm auch sein Königreich. Pandion zeugte mit Pelia die Söhne Aigeos, Pallas, Nisos und Lykos, von denen Nisos König von Megara wurde. (n. HEDERICH, Sp. 1871f.)
Nisos, soll später sein Königreich an den kretischen König Minos verloren haben (PAUSANIAS, Attica, c. 42), weil seine Tochter Skylla ihm heimlich das Haar geschnitten hatte. Diese Darstellung wurde von den Einwohnern Megaras indes bestritten, vielmehr soll Iphinoa die Tochter des Nisos gewesen sein und habe den Megareos geheiratet, welcher seinem Schwiegervater auf dem Thron gefolgt sei. (n. HEDERICH, Sp. 1742)
Melophoros war im megarischen Land ein Beiname der Demeter, er stammt vom dorischen Wort für Schaf und erinnert daran, daß die Erdgöttin bei Megara den Menschen die Schafzucht lehrte.
In Megara selbst wurde sie als Demeter Thesmophora (griech. von Gesetz und ich gebe, lat. Legifera, die Gesetzgebende) verehrt und hatte dort ein Heiligtum. (PAUSANIAS, Attica, c. 42)
In Megara verehrte man den Dionysos unter dem Namen Dasyillos.
Nahe Megara, in Richtung Korinth, sind die Skironischen Klippen. Hier stürzte der Räuber Skiron seine Opfer in die Tiefe, ehe Theseus dem ein Ende setzte.
Quelle: Geschichtlicher Abriß bes. nach YONAH u. SHATZMAN, S. 278.