| Griechische Mythologie - Schauplätze | ||
(neugr. Ródos, Roseninsel) Eine etwa 1400 qkm große griechische Insel südwestlich der kleinasiatischen Küste, größte Insel der Südlichen Sporaden.
Archäologische Forschungen erbrachten hier Funde, die auf Siedlung im frühen 3. Jahrtausend deuten. Um 1500 v. brach auf Rhodos die mykenische Zeit an, als die Achaier hierher kamen. Um 1100 v. wurde Rhodos von den Doriern erobert.
Auf Rhodos soll der phönizische Königssohn Kadmos den Dienst des Gottes Poseidon eingeführt haben. Kadmos war auf der Suche nach der aus Tyros entführten Europa, dabei war sein Schiff vor Rhodos in einen Sturm geraten und Kadmos gelobte dem Poseidon für den Fall seiner Rettung einen Tempelbau. Gerettet setzte er das Gelübde in die Tat um, einige seiner Begleiter versahen fortan auf Rhodos den Dienst zu Ehren des Gottes.
Von Lindos ist bekannt, daß dieser Ort bereits in neolithischer Zeit besiedelt war. Aus der Antike stammen die Akropolis mit dem Tempel der Gättin Athene, die hier als Athena Lindia verehrt wurde, aus dem vierten vorchristlichen Jahrhundert sind einige Nebenbauten. Die Lindische Tempelchronik, eine Inschrift aus dem Jahre 99 v. Chr., berichtet über die hier tätig gewesenen Priester und den hierher gebrachten Weihegeschenken. Mittelalterlich ist die Burganlage der Johanniter.
Gehörten die Städte auf Rhodos bis 411 v. Chr. noch zum attisch-delischen Seebund unter Führung Athens, so bildeten sie seitdem einen eigenen Staat mit der Hauptstadt Rhodos im Norden der Insel (gegr. 407v.).
356 v. errang König Mausolos mit Unterstützung Persiens Herrschaft über Rhodos, 332v. Alexander d. Gr. An die Belagerung durch die Perser, der Rhodos standhalten konnte (305 v.) erinnerte die Kollossalstatue des Helios, eines der sieben Weltwunder der Antike. Ein Erdbeben warf das Standbild 227 v. um.
Seit dem zweiten Jahrhundert vor hielt Rhodos es mit Rom, 166 v. ging es im Römischen Reich auf. Es wurde im Hellenismus ein Zentrum der Kultur. Hierher stammten die berühmte Laokoongruppe, der Dichter und Gelehrte Apollonius (3. Jh.) kam von Alexandria nach Rhodos, wo er seinen Namen Rhodius annahm.
Nach Zerfall des römischen Reiches ging Rhodos an Byzanz. 1308 fanden hier Angehörige des Johanniterordens Zuflucht, die aus Jerusalem und von Zypern vertrieben worden waren.
1522 erreichten die Türken auch Rhodos und die Johanniter mußten sich nach Malta zurückziehen. In dieser Zeit wurden viele Kirchen aus byzantinischer Zeit zu Moscheen umgestaltet und zahlreiche Moscheen und Minarette neuerrichtet.
1912 mußten die Türken den Italienern weichen. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges, nach dem Sturz Mussolinis 1943, kamen zunächst die Deutschen, dann die Engländer, welche die Insel ihrem Empire einzuverleiben versuchten (und sie drei Jahre lang besetzt hielten; 1947 vereinbarten sie und die Juden Palästinas hier Waffenstillstand, weshalb Rhodos Geburtsort des heutigen Staates Israel ist), ehe Rhodos 1948 wieder griechisch wurde, nachdem zunächst ein Bürgerkrieg gewütet hatte.
Heute ist Rhodos die meistbesuchte Touristeninsel des Dodekanes und besonders bei Engländern beliebt.
Ein anderer alter Name der Insel ist Telchinis, den sie den einst dort ansässigen Telchinen verdankt. Diese Söhne der Thalassa waren Erfinder und Kulturbringer und sollen hier den Poseidon aufgezogen haben. Die Telchinen sollen Rhodos verlassen haben, weil sie eine Überflutung der Insel vorhersahen (DIODORUS SICULUS, 5.55, z. n. HEDERICH, Sp. 2298).
Besonders von Lindos und Kamiros sind antike Bauten erhalten.
In Lindos sollen die Telchinen dem Apollo eine Bildsäule gefertigt haben, man nennt Apollo darum auch Telchinios. Erhalten sind die Ruinen der Akropolis mit Resten eines Athene-Tempels.
Der Hera errichteten die Telchinen zu Kamiros einen Tempel, die Göttin hat davon ihren Beinamen Telchinia. Von der dorischen Stadt Kamiros sind gut erhaltene Reste vorhanden.
Ein der Athene gewidmeter Tempel stand auch bei Jalysos.
Aus jüngerer Zeit stammt die Johanniterfestung bei Lindos, im Ort selbst die byzantinische Marienkirche.
Naturdenkmale sind der Berg des Propheten Elias (798 m) und Petaloudes, das Tal der Schmetterlinge. Hier in den heißen Monaten Juli und August zahlreich fliegende Nachtschmetterlinge werden beim Schwärmen zu rosa Wolken.