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   Griechische Mythologie - Schauplätze
 

Samos

Eine zu den Südlichen Sporaden gehörende griechische Insel, die vor der kleinasiatischen Küste gelegen ist und etwa 476 qkm umfaßt. Hauptort der hügeligen bis gebirgigen (Ampelos, 1140 m und Kerkis, 1445 m) Insel ist Vathy. Anbaufrüchte sind auf der fruchtbaren Insel besonders Öl und Wein. Zudem werden Marmor abgebaut und der Tourismus wirtschaftlich genutzt.

Auf Samos soll am Fluß Imbrasos die Rhea mit der Göttin Hera unter einem „Keuschbaum” (Lygos, Agnos castus) niedergekommen sein (APOLLODOROS zit. n. HEDERICH, Grdl. myth. Lex., Sp.1392).

Auf Samos war ein Lygos-Baum der Göttin Hera geweiht. Unter diesem Baum soll die Göttin nach einer samischen Sage die Ureinwohner der Insel, die Karer, geboren haben.
Im Gesträuch dieses Lygos wurde das Kultbild der Göttin versteckt, während der Mond in der Neumondphase verborgen war KERENYI, 1959, S. 130f.). Sein Wiederauftauchen als schmale Sichel mag in den gebogenen Zweigen erkannt werden.

In Kolonna auf Samos befand sich das Heraion, ein der Hera geweihter Tempel, der auch zu den sieben Weltwundern der Antike gezählt wurde. Nach Herodot war der 116 mal 55 m messende Bau mit 177 Säulen der größte Tempel Griechenlands.

Im Westen der Insel imponiert der 1445 Meter aufragende ruhende Vulkan Kerkis.

Im 6. Jahrhundert führte der Tyrann Polykrates (der mit dem Ring) das bis dahin von den Persern beherrschte Samos zur wirtschaftlichen Blüte.

Ein berühmter Sohn der Insel Samos ist der Philosoph Pythagoras, der hier im nach ihm benannten Ort Stadt Pithagorio im 6. Jh. v. geboren wurde.

440 v. wurde Samos von Athen erobert, 405 v. erhielt Samos athenisches Bürgerrecht, wurde später selbständig und konnte auch in römischer Zeit den Status einer freien Stadt wahren.

Seit 1922 gehört die zuvor von Byzantinern, Arabern, Venezianern, Genuesen und Türken beherrschte Insel wieder zu Griechenland.