| Griechische Mythologie - Schauplätze | ||
(ital. Sicilia) Eine große Insel am südlichen Ende der italischen Halbinsel (der italienische Stiefel). Sizilien wurde wegen der dreieckigen Form Trinacria oder Trinacris genannt (z. B. OVID, Metamorphosen, 5.347 u. 576.).
Sizilien mißt etwa 25700 qkm, zwischen der Insel und dem nahen Afrika (bis Kap Bon etwa 100km) liegt die Straße von Sizilien.
Im Norden der Insel ragen Gebirge bis 1979 Meter empor, hier sind Erdbeben häufig. Mit dem über 3300 Meter hohen Ätna im Osten der Insel gibt es hier auch Vulkanismus. Der Sage nach liegt tief unter Sizilien das Ungeheuer Typhon, auf das die ganze Insel geschleudert wurde und dessen Haupt zudem mit dem Amboß des Hephaistos beschwert wurde. Gelegentlich sucht Typhon sich zu befreien, dann bebt die Erde.
Schon früh siedelten auf Sizilien griechische Kolonisten und Karthager. Im Westen war besonders die Stadt Syrakus von Bedeutung (gegr. um 733 v.). Ihren Bewohnern gelang 480 v. ein Sieg gegen den Karthager Hamilkar, doch errangen die Karthager später die Herrschaft über die Insel. Das änderte sich 241 v. Chr., als Sizilia erste römische Provinz wurde.
Zu jener Zeit lebte in Agyrion auf Sizilien der griechische Historiker Diodoros Siculus (1. Jh. v.), der ein vierzigbändiges Gerschichtswerk hinterließ.
Nach Ende des weströmischen Reiches drangen Germanen auf die Insel (455 die Wandalen, 493 die Ostgoten). Ab 535 herrschte hier Byzanz, seit 827 die Araber.
1091 hatte der Normannenkönig Roger I. Sizilien unter seine Herrschaft gebracht, sein Sohn Roger II. vereinigte Sizilien mit Unteritalien.
Von 1194 bis 1268 (oder 1265) gehörte Sizilien den Staufern. Der kunstsinnige Stauferkaiser Friedrich II. begründete hier die sizilianische Dichterschule (Enzio, Pier della Vigna, Jakobo (Giacomo) da Lentini u.a.), denen die Entwicklung des Sonetts zugeschrieben wird.
Kurzzeitig wechselte der Besitz der Insel an die französischen Anjous, die es von Papst Klemens IV. zum Lehen erhalten hatten (bis zur Sizilischen Vesper, der Vertreibung der Franzosen am Ostertag, 30. 3. 1282), ehe Sizilien an Aragón ging.
Weiter wechselte die Herrschaft. 1713 fiel es an Savoyen, 1720 an Österreich. Von 1734 bis 1860 war Sizilien bourbonisch und als Königreich beider Sizilien vereinigt mit Neapel.
Seitdem gehört Sizilien zu Italien, auch wenn gelegentlich die Mafia als eigentliche Regierung der Insel angesehen wird, deren Hauptstadt Palermo sei.
Einige Orte: Aitne, Enna/Henna, Syrakus