| Griechische Mythologie - Schauplätze | ||
(Lakedämon, neugriech. Sparti) Diese Stadt in Lakädamonien ist besonders als straff geführter Militärstaat bekannt. Den spartanischen Staat gründeten die am Ende des 2. Jahrtausends vor einwandernden Dorer. Dabei unterwarfen sie die eingesessene Agrargesellschaft, die als landlose Heloten von Sparta ausgebeutet wurden, alljährlich erklärte man ihnen offiziell den Krieg.
Auch sonst gilt Sparta als Synonym für einen Militärstaat mit spartanischer Lebensweise, das seine Gesetze dem sagenhaften Lykurgos verdankte. Vom vollendeten siebenten Lebensjahre an wurden die Söhne der Spartaner in strenger staatlicher Zucht zu Kriegstüchtigkeit und Gehorsam erzogen. Mit zwanzigJahren traten sie in den Heeresverband ein, dem sie bis zum sechzigsten Lebensjahre angehörten. Diese Kriegerkaste der Spartiaten hatten als einzige politische Rechte.
Ihnen standen die geringeren Stammesgenossen nach, die Periöken, die als Schwerbewaffnete (Hopliten) nur im Falle eines Krieges aufgeboten wurden, während die Spartiaten permanent unter Waffen standen.
Die militärische Stärke sicherte Sparta lange seine Vormachtstellung, bis Mitte des sechsten Jahrhunderts vor war es die erste Macht, der im Perserkrieg (480/79) die Führung zufiel. Mit der Niederlage bei Leuktra (371), gern als Folge innerer Zersetzung interpretiert, endete auch außenpolitisch Spartas Zeit als Großmacht, doch galt die Verfassung des antiken Sparta noch in den Zeiten des Verfalls weiter. Die ihr zugrunde liegenden Ideen beeinflußten auch Platons Staatslehre, Polybios bezeichnete Sokrates Verfassung als beste nächst der römischen.
Im Mittelalter stand Sparta erst unter byzantinischer Herrschaft, dann war es in wechselndem Besitz. Seit dem 13. Jahrhundert trat es in seiner Bedeutung hinter Mistra zurück. 1834 wurde es neugegründet und heute ist Sparta die Hauptstadt von Lakonien und ein orthodoxer Bischofssitz.
Unter dem Namen Aeginaea hatte die Artemis zu Sparta ihren Tempel.
Die Hera verehrte man hier als Hera Aigophagos (Aegophaga). Weil der Herakles seiner Widersacherin Hera zu Sparta eine Ziege geopfert hatte, weil er sich ihr für die Nichteinmischung im Kampf gegen die Söhne des Hippokoon erkenntlich zeigen wollte und kein anderes Opfertier als eine Ziege bei der Hand hatte, und dieses Opfer so von den Lakedaemoniern fortgeführt wurde, nannte man diese Göttin auch Aigophagos, was Ziegenfresserin bedeutet. Die Ziege als Opfer für die Hera war sonst in Griechenland unüblich. (PAUSANIAS, Lakonien, 15,9)
Die Sparti sind jene Krieger, der aus den von Kadmos eingesäten Zähnen des kastralischen Drachen entsprossen. Sie halfen Kadmos bei der Gründung Thebens.
König über Sparta war Laios, der mit seiner Gattin Iokaste Vater des Ödipus wurde, der ihn später töten und als Gatte seiner Mutter über Theben herrschen sollte.