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   Griechische Mythologie - Schauplätze
 

Theben

Eine Stadt in der mittelgriechischen Landschaft Böotien. Kulturelle Wurzeln reichen ins zweite Jahrtausend vor der Zeitenwende und deuten auf orientalischen Einfluß.

Archäologische Funde erbrachten Funde aus vorgriechischer, mykenischer Zeit und Stücke mit der Linear B-Schrift sowie Siegelzylinder, deren Herkunft auf Mesopotamien deutet.

Im Altertum war Theben die bedeutendste Stadt Böotiens. Die reiche Überlieferung nennt Kadmos als ihren Gründer, Ödipus als einen ihrer Könige.

Auf Anraten des Apollon hatte Kadmos, Sohn des phönizischen Königs Agenor von Tyros, die Suche nach seiner Schwester Europa abgebrochen und war einer Kuh gefolgt, die ostwärts durch das phokische Land wanderte. An einem Platz in Böotien, wo das Tier sich schließlich ermüdet niederlegte, gründete er der Weisung der Pythia gemäß eine Stadt, das spätere Theben.

Mit dem Echion, einem der Sparten, die aus den von Kadmos eingesäten Zähnen des kastalischen Drachens gewachsen waren, erbaute Kadmos die Feste Kadmeia, aus der sich später das etwas unterhalb davon gelegene Theben entwickelte, das nach dem Echion auch Echiona genannt wurde.

Gattin des Echion war des Kadmos Tochter Agave. Ihr Sohn Pentheus folgte dem Kadmos als König Thebens.
Zu seiner Zeit hielt der orientalische Kult des Dionysos (Bacchus) Einzug in Griechenland. Pentheus widersetzte sich dem, wurde aber von den rasenden Anhängerinnen des Dionysos, den Mänaden (Bacchantinnen), darunter seine eigene Mutter Agave, in Stücke gerissen (z.B. bei OVID, Metamorposen 3,701-731).

Zeitgenosse dieses Pentheus war der blinde Seher Teiresias, der dieses Ende prophezeit hatte (Metamorposen 3,511-526).

Alle drei Jahre feierte man später die Trieterica oder Trieteredes, eingedenk seines drei Jahre dauernden Zuges nach Indien, den er von hier aus unternommen haben soll. Das Fest fand auf dem Berg Kithairon statt, wo einst Pentheus seinen Tod durch die rasenden Weiber gefunden haben soll.

 

Als Erbauer der Mauern Thebens gilt Amphion, der mit seinem Bruder Zethos Theben von Lykus erobert hatte. Durch Spiel seiner Leier brachte er die Steine dazu, sich selbst aufzutürmen. Diese Mauern sollen Kadmeia mit Theben verbunden haben und somit schuf Amphions Musik das berühmte „siebentorigen Theben”.
Als dieser Amphion König war, führte er in Theben den Kult des Hermes ein. Zu dieser Zeit (laut Chronologie Jahr der Welt 2533) erhielt Theben auch seinen Namen nach Thebe, der Frau des Zethos.

Gattin des Amphion war die Niobe, deren Hochmut erneutes Unglück über Theben brachte, als die Kinder der Königin von Artemis und Apollo erschossen wurden.

 

Den Fluch der Hera, der auf Harmonie und Kadmos und mit ihnen über ganz Theben lastete, traf auch den König Oidipus.

Die Sieben gegen Theben, die gegen Eteokles, dem Sohn des Oidipus, zogen, scheiterten noch vor den Mauern des Amphion, doch waren ihre Nachkommen, die Epigonen, erfolgreicher und plünderten die Stadt.

 

Zur neuerlichen Blüte kam es mit dem Eindringen der Böotier im Zuge der dorischen Einwanderung. Das soll etwa zur Zeit des Trojanischen Krieges geschehen sein, also etwa in letzten Drittel des 2. Jahrtausends vor. Hier beginnt allmählich die historische Überlieferung.

Ende des 6. Jahrhunderts zog Kleomenes I. von Sparta mit Athen gegen Theben. Als die Perser unter Xerxes die griechischen Städte bedrohte, bot Theben dem Xerxes Unterstützung, was infolge der persischen Niederlage zu einem Niedergang der Bedeutung Thebens im Böotischen Bund führte. Athen stieg zur Vormacht über Böotien auf, doch mit seiner Niederlage 447v. konnte Theben eine erneute Renaissance erleben.

Fortan hielt man sich zu Sparta, auf dessen Seite Theben im Peloponnesischem Krieg focht, allerdings hielt diese Bindung nicht an.

Im Korinthischen Krieg (395-386) kämpfte Theben mit Korinth, Argos und Athen gegen Sparta. Durch den Sieg Epaminondas bei Leuktra (371) vernichtete Theben die Vormachtstellung Spartas und Theben erlangte einen Höhepunkt seiner Bedeutung.

Eine vernichtende Niederlage mußte Theben im Kampf gegen Phokis im sog. Heiligen Krieg hinnehmen.
Eine weitere Niederlage erlitt es gemeinsam mit Athen 339v. gegen das Heer Philipps von Makedonien bei Chäronnea. Damit verlor Theben seine Selbständigkeit.

Wegen eines Aufstandes der Thebaner 335v. ließ Alexander, der Sohn Philipps, die Stadt zerstören, doch gründete man es in bescheidenerem Umfang neu.

 

In Theben befand sich eine Bildsäule der Athene, die hier unter dem Namen Zosteria verehrt wurde. Hier war der Ort, an dem Amphytrion seinen Waffengürtel anlegte, ehe er mit dem Chalkodon ins Gefecht zog.

 

Eine andere Stadt namens Theben liegt in Oberägypten.