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   Griechische Mythologie - Schauplätze und Völker
 

Thrakien

(auch Thrazien, lat. Thracia) In frühester Auffassung ist Thrakien die gesamte Balkanhalbinsel ohne den Peloponnes, später bezeichnete man damit nur die Osthälfte.
Hauptfluß Thrakiens ist der in der Antike Hebros, heute Maritza genannte Wasserlauf.

Die alten Bewohner Thrakiens gehören zu den indoeuropäischen Völkern, sie siedelten in Südosteuropa und Teilen Kleinasiens.
Von der Sprache der Thraker sind nur Namen und vereinzelte Wörter bekannt, obwohl die Sprache erst nach dem sechsten Jahrhundert außer Gebrauch kam.

Dabei pflegten die Thraker, deren Hauptsiedlungsgebiet etwa das heutige Bulgarien war, regen kulturellen Austausch mit den umliegenden Völkern, darunter Skythen und Kelten ebenso wie Griechen, Perser und Römer, im Süden bis hin nach Ägypten.

 

Aus Thrakien stammte der große Sänger Orpheus und von hier (nebst Phrygien) verbreitete sich der rauschhafte Kult des Gottes Dionysos nach ganz Griechenland.

Ein thrakischer König, Tereus, verhalf Pandion, dem König von Athen, zum Sieg über Theben. Von diesem Sohn des Ares, in den Augen der Griechen ein Barbar, heißt es, er habe sich in einen Wiedehopf verwandelt.

Festspiele zu Ehren der thrakischen Mondgöttin Bendis fanden als Bendidia auch in Athen statt. Zu solchem Anlaß kam es auch zu jenem Gespräch, worin Platon (Athen, 427-347 v.) den Bericht von Atlantis überliefert.

Unter Herrschaft der Römer geriet Thrakien unter dem Kaiser Claudius. Später wurde Thrakien bulgarisch, dann türkisch und seit 1923 ist es zwischen Griechenland und der Türkei geteilt.

Von Thrakien her sollen nach keltischen Sagen die Ureinwohner Irlands, die Firbolg, auf die Grüne Insel gekommen sein (COTTERELL, 131).

Die Römer bezeichneten nur den Teil südlich des Balkangebirges als ihre Provinz Thracia.

Die Römer nannten eine bestimmte Art von Gladiatoren nach ihrer Bewaffnung mit Schild und Krummschwert Thraker.

 

Sammlung von Orten: Amphipolis, Abdera

„Im klassischen Altertum kannte man eine große Zahl von Tiergräbern, die (...) als Überreste alten Tierkults zu betrachten sind. (...) Das bekannteste derartige Grab, das chynòs sähma auf dem thrakischen Chersones, galt als Ruhestätte der in einen Hund verwandelten Hekate.” (MENGIS i. Handwörterbuch VIII, 861f.)