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   Griechische Mythologie - Schauplätze
 

Thrinakia

Auf dieser Insel weideten die heiligen Herden des Sonnengottes Helios, jeweils sieben Herden Rinder und Schafe (HOMER, Odyssee 12.270).

Der von Troja heimirrende Odysseus und seine Gefährten erreichten Thrinakia, als sie knapp dem Seeungeheuer Skylla entronnen waren. Odysseus hatte gehofft, daß sie an dieser Insel vorbeisegeln könnten, doch Eurylochus zwingt Odysseus zur Landung. Die Zauberin Kirke hatte dem Odysseus nämlich geweissagt, auf Thrinakia weideten die Rinder des Sonnengottes Helios. Wer immer diese frevelnd schlachten würde, wäre des Todes.

Als die Vorräte zur Neige gingen, beredete Eurylochus die Gefährten des Odysseus, gegen das Gebot zu verstossen und sich einige der prächtigen Rinder schmecken zu lassen. Ihr Schicksal ereilt sie, als Zeus ihnen einen Sturm sendet und das Schiff zerschmettert. Einzig Odysseus entgeht dem Gewitter und nachfolgend dem Sog der Charybdis, ehe er an der Insel der Kalypso strandet (Odyssee, 12. Gesang).

Insgesamt soll die Herde des Helios dreihundertfünfzig Rinder umfaßt haben und von Lampetia („die Erhellende”) und Phaetusa („die Leuchtende”), beide Töchter des Helios und der Neaira, gehütet worden sein (Odyssee, 12.129-133). Dreihundertfünfzig war auch die Zahl der Tage der Mondmonate eines unvollständigen Sonnenjahres. „Es war natürlich, daß Helios, nachdem die Gefährten des Odysseus seine Rinder verzehrten, ihnen den Gegenwert der Rinder, die Tage, vor allem den Tag der Heimkunft, wegnahm.” (KERÉNYI, 153)

Die heiligen Viehherden des Helios auf der Insel Thrinakia erinnern zudem an die wie diese geweihten Herden des germanisch-friesischen Gottes Fosite auf der Insel Fositesland, dem heutigen Helgoland.