Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Griechische Mythologie
 
 

Geryoneus

(auch Geryon, Gayon) Ein König von Spanien bzw. der Balearen.

Geryoneus ist Sohn der Kallirhoe, einer Tochter des Okeanos und des Chrysaor, der wie sein Bruder Pegasos von der sterbenden Medusa geboren wurde. (HESIOD, Theogonie, 287ff.)

Man stellt ihn sich als einen Riesen vor, der drei Köpfe (Theogonie, 288) oder gar drei Leiber mit drei Köpfen und sechs Armen und sechs Beinen hatte.

Geryoneus galt als reicher Herrscher, dessen Reichtum besonders in seinen Rinderherden bestand, die zu rauben eine der Arbeiten des Herakles war. Diese Herden bewachte Geryoneus’ Diener Eurytion, wie sein Herr selbst ein Riese, und der zweiköpfige Hund Orthos.

Seine Herrschaft soll entweder auf der iberischen Halbinsel (Tartessos) gewesen sein oder er herrschte über die beiden größeren Baleareninseln (Mallorca und Menorca) sowie Ebusa, nach HESIOD lebte er auf der Insel Erytheia (Theogonie, 290, „Rotland”, nach Strabon ist das Gadira bzw. Gades), wo ihn Herakles auch tötete (ebd., 983). Bei HESIOD heißt es weiter, der nachfolgend beschriebene Rinderraub habe sich auf „dämmriger Weide jenseits des berühmten Okeanos” zugetragen. (Theogonie, 293)

Herakles reiste in einem goldenem Becher auf die Insel Geryons und begab sich dort zunächst auf den Berg Arbas, wo er die erste Nacht verbrachte. Dabei spürte ihn der Hund auf und fiel Herakles an, gefolgt von Eurytion. Beide erschlug Herakles mit seiner Keule und suchte mit den Rindern das Weite.

Das meldete ein anderer Hirte, der Menoetius, dem Geryoneus, welcher dem Räuber sogleich nachsetzte. Am Fluß Anthemus (nach HESIOD im rings umströmten Erytheia, Theogonie, 290) stellte er den Herakles und es hub ein Streiten zwischen beiden an, bei dem die dem Herakles zürnende Göttin Hera dem Geryon zu Hilfe kam. Doch Herakles erschoß ihn mit Pfeil und Bogen, auch die Hera verwundete er in der Brust. Aus dem Blut des Geryoneus soll ein Baum gewachsen sein, der steinlose Kirschen trug.
Es heißt auch, neben den erwähnten habe auch ein siebenköpfiger Drache über die Rinder gewacht, der mit den anderen sein Leben durch Herakles einbüßte.
Mit seinem Raub zog Herakles darauf zurück zu Eurystheus, auf der Fahrt widerfuhren ihm weitere Abenteuer.

Geryoneus hatte in der Nähe des heutigen Padua ein Orakelheiligtum, das u.a. der römische Kaiser Tiberius um Rat fragte.