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 Griechische Mythologie
 
 

Harpyia

(gr. „die Raffende”, „Reißende”; Sg. Harpyia, dt. Sg. Harpyie, Pl. Harpyien) Griechische Ungeheuer und Sturmgeister, die Menschen rauben und Nahrung besudeln. Sie sind Mischwesen aus Mädchen- und Vogelleibern.

Nach HESIOD sind die „schöngelockten” Harpyien Töchter des Thaumas und der Elektra und heißen Aello („Sturm”) und Okypetes (die Flugschnelle). Ihre Schwester ist Iris. (Theogonie, 265ff.) Andere nennen als Harpyien auch Kelaino („Dunkelheit”) und Podarge („Schnellfuß”).

Die Harpyien sollen vom Berg Diete stammen, der Heimat der kretischen Göttin Kretas.

Ein Thrakerkönig, der blinde Seher Phineus, litt unter den Harpyien, bis die Argonauten sie bekämpften.

Die Harpyie Podarge ist mit dem Westwind Zephyros die Mutter der schnellen Pferde des Achilleus, Xanthos und Balios, sowie des Hengstes Cyllarus, der Kastor und Polydeikes geschenkt wurde.

Das Bild der Harpyien dürfte sich aus älterem Vorbild hin zu den reißenden Ungeheuern der Argonautensage entwickelt haben. So gab es auf Kreta Begräbnispriesterinnen, die Vogelkostüme trugen und ansonsten den Harpyien ähnelten. Bei Leichenfeiern spielten sie die Leier. Hier ist möglicherweise eine Brücke von den Harpyien zu den Walküren, die in der nordischen Mythologie die Gefallenen vom Schlachtfeld nach Walhalla holten.

Im kleinasiatischen Xanthos fand man an einem Monument eine Darstellung der Harpyien, die später ins Britische Museum (London) verbracht wurde.

 

Engelke up de muer
Emden: „Engelke up de muer”

 
Harpyia hieß auch einer der vielen Hunde des Aktaeon, die ihren Herrn zerrissen, als der in einen Hirsch verwandelt war.

Die als „Engelke up de muer” bekannte geflügelte Gestalt auf dem Wappen der Stadt Emden in Ostfriesland (Nordwestdeutschland) wird als Harpyie gedeutet. Sie soll die gräfliche Herrschaft symbolisieren.