| < zurück | |
| Griechische Mythologie | |
(Jugend[alter] oder von hebr. Eb, Kraft) Die griechische Göttin der Jugend und Jugendschönheit (gr. hebe), Personifikation des Jünglingsalters und der Mannbarkeit.
Sie ist eine Tochter des Zeus und der Hera (HOMER, Odyssee 11.603f., HESIOD, Theogonie, 921f.), damit Schwester von Ares und Eileithyia.
Oder Hebe ist Tochter allein der Hera. Die habe bei einem Gastmahl bei Apollo viel wilden Salat gegessen und sei davon nach längerer Unfruchtbarkeit in Umstände gekommen.
Hebe ist die Dienerin und Mundschenkin der Götter im Olympos, denen sie den Nektar der Unsterblichkeit einschenkt (HOMER, Ilias 4.2f.). In dieser Funktion wird Hebe später von dem Ganymed abgelöst, nachdem sie einmal ungeschickt war, Zeus aber längst ein Auge auf Ganymed geworfen hatte.
Nach Vergöttlichung des Herakles wurde Hebe dessen himmlische Gemahlin (Odyssee 11.601ff., HESIOD, Theogonie, 950ff.). Mit ihm soll sie Mutter von Alexiarks und Aniketos sein.
In Athen hatte Hebe mit dem Herakles ihren Altar (PAUSANIAS, Attika, 19,3). Bei PAUSANIAS heißt es weiter, auf der Akropolis von Phlius (Argolis) stehe in einem Zypressenhain ein seit alters hochheiliges Heiligtum, das der Hebe geweiht ist, die hier in ältester Zeit Ganymeda genannt wurde (Argolis, 13,34)
Bei den Sicyoniern wurde Hebe unter ihrem Beinamen Dia verehrt.
Auch in Rom — hier nannte man sie Iuventas — standen ihr zu Ehren Heiligtümer.
Die Hebe findet ihre Entsprechung in der römischen Iuventas. Man vergleiche auch die germanische Idun.
Als jungfräuliche Erscheinungsform der Göttermutter Hera soll Hebe der anatolischen Hebate, der mesopotamischen Heveh oder Hawwa oder der persischen Hvov sein, außerdem eine Variante der Eva (WALKER, 348). Herakles, der in den von Schlangen bewachten Garten der Hesperiden eindrang, gewann durch Hochzeit mit ihr das Recht, die Äpfel der Unsterblichkeit zu essen (ebd.).
Hebe wurde als eine von drei Verkörperungen der Großen Göttin angesehen, die über den Himmel herrsche. Die anderen beiden Verkörperungen sind Hera, die über die Erde und Hekate, die über die Hölle herrsche (WALKER, 375).