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 Griechische Mythologie
 
 

Hephaistos

(lat. Hephaestus; dt. Hefäst, Hephäst). In der griechischen Mythologie der Gott des Feuers, Schutzgott der Schmiedekunst und die Personifikation des aus der Erde brechenden Feuers (Vulkan).
Hephaistos ist ein alter, kleinasiatischer Schmiedegott, den auch die Amazonen gekannt haben sollen (WALKER, 367).

Hephaistos ist nach HESIOD Sohn der Hera, die ihn ohne Liebesgemeinschaft gebar, da sie ihrem Gatten grollte und mit Zeus zerstritten war. Er ist kunstfertig und überragt alle Himmlischen an Geschick. (Theogonie, 927f.)

Hephaistos gehört zu den zwölf olympischen Gottheiten Olympioi.

Er ist der Gatte der Aphrodite, die ihn mit seinem Bruder Ares betrog. Hephaistos wurde lahm geboren, seine Mutter Hera warf ihn vom Olympos ins Meer hinab (oder Zeus warf ihn hinab, weil Hera ihn ohne seine Mitwirkung geboren hatte). Er landete auf der Insel Lemnos, wo er durch den Aufprall hinkend wurde bzw. bei den Meergöttinnen Thetis und Eurynome (HOMER, Ilias1,571ff. und 18.395ff.), wo er neun Jahre verblieb.

Auch die Aglaia, ein der drei Charites und somit Tochter des Zeus und der Eurynome, soll der „ruhmreiche Hinkfuß” Hephaistos geschwängert haben, HESIOD verschweigt allerdings den Namen des Kindes. Theogonie, 64 u. 945f.)

Hephaistos wollte sich die Athene zur Frau nehmen. Die entzog sich dem brünstigen Schmiedegott und dessen Samen troff auf die Erde, der Erichthonios entsprang (aus eris Streit und chton Erde). Athene zog ihn auf und Erichthonios wurde erster König Athens.

In seiner unterirdischen Schmiede fertigt Hephaistos mit den Kyklopes als Gehilfen die Attribute der Götter und Waffen von Helden: die Rüstung des Ares, den Bogen der Artemis, die Pfeile des Erossowie goldene Mädchen zu seiner Bedienung, den Wagen des Helios, die Aigis der Athene und die Tore zu dessem Palast und das Zepter des Zeus, mit dem der seine Blitze schleudert, die Waffen des Achilleus.

Auf Befehl des Zeus schmiedet er widerwillig den Prometheus an einen Felsen im Kaukasus. Davon erzählt Aischylos in der Tragödie Der Gefesselte Prometheus.

Diese Strafe gründete in den vorhergehenden Streitereien des Prometheus mit dem Zeus. Die Folge für die Menschen war, daß Zeus den Hephaistos als Strafe dafür, daß Prometheus den Menschen das Feuer gebracht hatte, aus Erde eine Frau machen ließ, unter deren Geschlecht, so jedenfalls die Einschätzung des HESIOD, die Menschheit seither zu leiden habe. (Theogonie, 570-612)

Einen Tempel in Athen teilte Hephaistos mit der Göttin Athene (das Thesion). Ein wichtiges Heiligtum war auf der Insel Lemnos (wo sich ein natürliches Erdfeuer befand) und altes Siedlungsgebiet der Amazonen (WALKER, 367). Ihm zu Ehren feierte man das Fest Hephaistia. Dabei wurde ein Fackellauf veranstaltet. Seine Werkstadt ortete man später unter dem Ätna auf Sizilien oder dem Vesuv auf der italischen Halbinsel.

Die Kabeiroi gelten als Nachkommen des Hephaistos. Sie standen im Mittelpunkt des Mysterienkultes von Samothrake.

Hephaistos entspricht dem römischen Vulcanus (BELLINGER, 183).
Manches bei ihm ähnelt auch Wieland, dem Schmied in den Mythen der Germanen.
GRIMM befand eine Ähnlichkeit zum nordischen Loki (Deutsche Mythologie, I., S. 200).

 

Das Szepter, das Hephaistos für den Zeus gefertigt hatte, kam über Hermes, Pelops, Atreus und Thyestes zu Agamemnon, der es als Symbol seiner Herrschaft führte (HOMER, Ilias, 2.100-108). Von den Chaeroneern (Boeotien) wurde das Szepter später gefunden und kultisch verehrt (PAUSANIAS, Boeotien, 40.11-12).

 

Der schmiedende Hephaistos ist in der bildenden Kunst gernbenutztes Motiv, beispielsweise bei Tintoretto, Bassano, Rubens, Tiepolo, Velasquez, van Dyck.