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 Griechische Mythologie
 
 

Hera

Hera - Übersicht
- Darstellung
- Verehrung
- Eltern und Kindheit
- Liebesleben und Kinder
- Taten und Wesen
- Name und Beinamen
- Literaturhinweise

 
(griech. „Herrin”, „die Starke”) In der klassischen griechischen Götterwelt ist Hera Tochter des Kronos und der Rhea, Königin des Himmels und Schutzgöttin von Ehe und Geburt und als Schwester und Gattin des Zeus Hochgöttin der Olympioi.

Attribute der Hera sind Pfau und Apfel bzw. Granatapfel, Diadem und Zepter.
Ihre Dienerin und Botin ist die Iris.

Hera ist nach HESIOD eine Tochter der Kronos und der Rheia. Sie wurde nach Metis und Themis dritte Gattin ihres jüngeren Bruders Zeus und durch ihn Mutter der Hebe, des Ares und der Eileithyia. (Theogonie, 453-458 u. 921-923) Ohne Liebesgemeinschaft gebar Hera den Hephaistos. (ebd., 927)

Sie gehört zu den zwölf Olympioi, weitere Geschwister sind Demeter, Hades, Hestia und Poseidon.

Hera besitzt im Westen der Welt einen Garten, in dem magische Äpfel am Baum des Lebens wuchsen. Sie werden von einer ihr heiligen Schlange, dem Drachen Ladon, bewacht. Dieser Garten heißt „Garten der Hesperiden”.
Einen ähnlichen Apfelgarten besitzt in der nordischen Mythologie auch die Idun, Göttin der Jugend und der Fruchtbarkeit.

Ihr Kult soll weit in die Vergangenheit zurückreichen.

Hera entspricht der römischen Juno.

 

Darstellung

Dargestellt wird Hera mit einem Kuckuck, der auf der Spitze ihres Szepters sitzt und an ihre Vermählung mit Zeus erinnert.

In ihrer Begleitung denkt man sich vierzehn ihr dienende Gefährtinnen, von den ihre Botin Iris am bekanntesten ist.
Außerdem stellt man sie mit Horen und Chariten dar, die auf ihrer Krone sitzen. In der einen Hand hält sie einen Granatapfel, in der anderen einen Szepter, auf dem erwähnter Kuckuck sitzt, in ihrer Begleitung die Hebe.

Manchmal wird sie mit einer Wolke gezeigt, um sie herum die Iris als Regenbogen.

Ihr goldener Wagen wird entweder von zwei Pfauen gezogen oder von weißen Pferden, es sind noch manch andere Darstellungselemente mehr.

Auch die Zypresse ist Symbol der Hera (BIEDERMANN, 507).

 

Verehrung

Von den Vögeln sind ihr Pfauen, Gänse, Kuckucke, Dohlen, Strauße und Störche gewidmet.

Die schönen Pfauenaugen waren einst die Augen des vieläugigen Argus, die Hera auf dessen Gefieder setzte (OVID, Metamorphosen, 1,719-722).

Ihre bevorzugten Opfertiere waren Kälber, Lämmer, in Sparta auch Ziegen (siehe Beinamen, Aigophagos), bei großen Anlässen auch eine Hekatombe (100) Ochsen.

Zu Ehren der Hera wurden die Heraia gefeiert (röm. die Junonien der Juno).

Ihr Kult war sehr verbreitet, insbesondere ehrte man sie in Sparta, Mykene und Argos, weiter auf Samos und in Karthago. In Rom gab es mehrere Tempel der Juno.

Heilig waren ihr jeweils die ersten Tage der Monate, dazu der ganze Juni, welcher nach ihr den Namen hat.

 

Vermischtes

Nach der Muttermilch der Hera, Galaxias, heißt das Sternsystem Milchstraße Galaxis.

Man deutet Hera als die Luft, die sich zwischen Erde und Äther (dann Zeus) befindet oder sie sollen beide die Luft sein, Hera die dichtere untere und Zeus die dünnere obere Schicht.
Wenn sie "weißarmichte" genannt wird (bei HOMER), dann seien das die Wolken in der lichten reinen Luft. Wenn Zeus sie zwischen Himmel und Erde hing, dann sollen die Ambosse an ihren Füßen Land und Meer meinen, die angedrohten Schläge des Zeus sind die Blitze, die durch die Luft fahren.

Hera wird allerdings auch als Erde und Mond gedeutet, so daß sich insgesamt das Bild einer alten Muttergöttin ergibt.

In der Verwundung und den periodischen Freuden und Leiden der Göttin wird etwas mondhaftes gesehen (KERENYI, 35-37).

Hera besitzt im Westen der Welt einen Garten, in dem magische Äpfel am Baum des Lebens wuchsen. Sie werden von einer ihr heiligen Schlange, dem Drachen Ladon bewacht. Dieser Garten heißt „Garten der Hesperiden”.
Einen ähnlichen Apfelgarten besitzt in der nordischen Mythologie auch die Idun, Göttin der Jugend und der Fruchtbarkeit.

Hera wurde als eine von drei Verkörperungen der Großen Göttin angesehen, die über die Erde herrsche. Die anderen beiden Verkörperungen sind Hebe, die über den Himmel und Hekate, die über die Hölle herrsche (WALKER, 375).

 

An der Sele-Mündung bei Poseidonia (röm. Paestum) fand man einen Tempel der Hera, welchen Bilder mit Heldentaten des Herakles schmückten. Das deutet KERÉNYI dahingehend, daß die Hera, sonst geschildert als erbitterte Gegnerin des Heros, an ihm auch habe Gefallen finden müssen. (Mythol. d. Griechen II, 109) In Poseidonia selbst waren zwei weitere Tempel der Hera geweiht.

   

Die Die Darstellung folgt vornehmlich:
Benjamin Hederich: Gründliches Mythologisches Lexikon. Reprographischer Nachdruck der Ausgabe Leipzig, Gleditsch 1770 der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen. Wissensch. BG., Darmstadt, 1996