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 Griechische Mythologie
 
 

Hera: Herkunft und Taten

Hera - Übersicht
- Darstellung
- Verehrung
- Eltern und Kindheit
- Liebesleben und Kinder
- Wesen und Taten
- Name und Beinamen
- Literaturhinweise

Eltern und Kindheit

Als ihre Eltern gelten die Titanen Kronos (röm. Saturn) und Rhea.

Hera soll gleichzeitig mit ihrem Bruder Zeus geboren sein und ihrer Mutter geholfen haben, den Bruder vor Kronos zu verstecken, da der seine Kinder zu verschlingen pflegte.
Der soll auch Hera selbst verschlungen haben, doch gab die Metis dem Kronos ein Brechmittel, daß er die Kinder wieder ausspieh.

Ort ihrer Geburt soll die Insel Samos gewesen sein, wo sie am Fluss Imbrasus unter einem Keuschbaum (Lygos) zur Welt kam, andere geben Argos als Geburtsort an, dritte halten Ägypten für wahrscheinlich.

Über ihre Kindheit gibt es verschiedene Meinungen. Nach OVID waren Okeanos und Thetys ihre Pflegeeltern (Metamorphosen, 2.527). Dazu paßt, wenn als ihre Ammen Euböa, Prosymna und Akrea, Töchter des Flusses Asterion in Argolis, genannt werden (PAUSANIAS, Argolis, 17.1).
Oder Erzieher war der Temmenus, Sohn des Pelasgus, der sich ihrer zu Stymphalos annahm (PAUSANIAS, Arcad. c. 22.487, zit. n. HEDERICH, Sp. 1392).
Auch die Horen sollen Hera erzogen haben.

 

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Liebesleben und Kinder

Hera - Übersicht
- Darstellung
- Verehrung
- Eltern und Kindheit
- Liebesleben und Kinder
- Wesen und Taten
- Name und Beinamen
- Literaturhinweise

Ihr Bruder Zeus soll sich mit Hera auf der Insel Samos vermählt haben.
Zeus hatte sein Absehen auf sie, eine Gelegenheit bot sich, als sich Hera einmal etwas von ihren Gefährtinnen entfernt hatte und am Berg Thornax ruhte.
Zeus entfachte ein Unwetter und erschien der Hera als durchnässter, vor Kälte zitternden Kuckuck, der sich der Göttin auf den Fuß setzte.
Kaum hatte Hera mitleidig den Kuckuck unter ihr Kleid genommen, da nahm der vermeintlich hilflose „seine rechte Gestalt wieder an und mutete ihr sonst etwas zu”. (HEDERICH, Grdl. myth. Lex., Sp.1393)
Hera drängte auf Heirat, die Zeus ihr versprach. Jener Berg Thornax heißt seither Kuckucksberg.
Es heißt auch, Hera habe sich zuvor mit einem Achilles in dessen Höhle beraten, der sich für die Verbindung aussprach.

Die Ehe wurde am Fluß Therene förmlich beschlossen, alle Götter, Menschen und Tiere waren geladen (nur Chelone hatte keine Lust zu kommen und wurde darum von Hermes in eine Schildkröte verwandelt). Später erinnerte ein jährliches Fest an diese Hochzeit, wobei die damalige Vermählung nachgestellt wurde.

Zeus blieb sich aber treu und verdroß Hera durch dauernde Untreue. An ihm selbst konnte Hera sich nicht rächen, darum verfolgte sie seine Geliebten und deren Kinder. Als sie einmal wegen des Herakles ein Unwetter ausgelöst hatte, fesselte Zeus sie mit goldenen Ketten, band ihr Ambosse an die Füße und hing sie mit den Haaren an den Himmel (HOMER, Ilias, 15.17).
Im Gegenzug stiftete Hera den Poseidon und den Pallas an, den Zeus gefangenzusetzen, doch gelang dem dank der Thetis die Befreiung (Ilias, 1.399).
Zeus suchte sie gelegentlich zu besänftigen, auch Hera borgte sich einmal den Liebreiz erregenden Gürtel der Aphrodite, doch war die Verbindung doch so zerrüttet, daß Hera ihn verließ und sich nach Stymphalos zurückzog, um dort als Witwe zu leben.

Hera blieb aber nicht kinderlos.
Mit Zeus war sie Mutter von Hebe, Ilithyia und Ares (HESIOD, Thegonie, 922), manchmal wird noch eine Arge genannt. Umstritten ist, ob auch Hephaistos ein Kind dieser Verbindung ist oder ob Hera diesen ohne Vater nur vom Winde empfing.
Auch über Ares wird gemeldet, er sei entstanden, als Hera eine Blume berührte. Ähnlich soll es sich mit der Hebe verhalten, die Hera nach Essen eines Salatblattes geboren habe.

Unbestritten von ihr allein stammt der Typhon. Den gebar Hera, indem sie zur Erde hinab stieg und diese erschütterte, wovon sie geschwängert wurde und binnen Jahresfest mit dem Ungeheuer niederkam, das weder Menschen noch Göttern geähnelt habe - daher eine Mutmaßung, auch Hera habe ihre Kebsmänner gehabt.

Noch vor der Heirat mit Zeus soll Hera bereits von dem Eurymedon Mutter des Prometheus geworden sein.

 

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Wesen und Taten

Hera - Übersicht
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- Eltern und Kindheit
- Liebesleben und Kinder
- Wesen und Taten
- Name und Beinamen
- Literaturhinweise

Als Gemahlin des höchsten der Götter war Hera die Königin der Olympier und Schutzgöttin der Königreiche.
Sie hütete die Ehe, erfand Putz und Schmuck der Frauen und war Göttin des Reichtums.

Hera verfolgt ihre Nebenbuhlerinnen und deren Kinder, denn Zeus ist ständig auf Seitensprung.

Die Io jagte sie quer durch die Welt, als Zeus sich ihr, die er in eine Kuh verwandelt hatte, nähern wollte. (OVID, Metamorphosen, I,723f.)

Hera verfolgte auch die von Zeus geschwängerte Leto.

Weiter traf ihr Zorn die Nymphe Kallisto. Als herauskam, daß sie von Zeus schwanger war, wurde Kallisto aus dem Gefolge der Artemis verstoßen und gebar den Arkas, ehe Hera sie in eine Bärin verwandelte (Metam., II,466ff.)

Sie verursachte den Tod der Semele, als die von ihrem Gatten schwanger war. Als das Kind, Dionysos, dennoch geboren wurde, ließ sie den Kleinen von den Titanen zerstückeln, die Titanen insgesamt hetzte sie gegen den Zeus.

Genannte Semele war eine Tochter des Kadmos, dem Gründer Thebens. Allen seinen Nachkommen wiederfuhr Unglück, auch Theben selbst blieb nicht verschont (siehe Kadmos, Tiresias, Sphinx, Ödipus).

Als Zeus die Alkmene geschwängert hatte, hielt Hera durch Verknoten ihrer Finger (Nestelknüpfen) über sieben Tage die Geburt des Herakles auf. Als ihre Bediente Galanthis den Zauber unterbrach, verwandelte die wütende Hera sie in ein Wiesel.
Immerhin war Herakles durch den Aufenthalt nun nur Zweitgeborener und hatte später dem wenig älteren Eurystheus seine zwölf Taten abzudienen, dessen Reifung Hera durch die Eileithyia beschleunigt hatte.

Zum Kampf gegen den Helden zog sie die Hydra von Lerna auf, ein Drache und Kind der Echidna und des Typhaon. (HESIOD, Theogonie, 313-318)

) Auch die Auferziehung des Nemeischen Löwen, einem Kind der Chimaira und des Orthos, ist ihr Werk (ebd, 328f.). Den Herakles verfolgte sie später und setzte ihm häufig zu — einmal traf sie dabei ein Pfeil des Helden in die Brust, was Hera eine dauernd schmerzende Wunde zufügte (HOMER, Ilias 5.392-394).

Ähnlich den Thebanern oder Herakles erging es den Trojanern, die nicht allein gegen die Griechen sondern besonders gegen Hera zu kämpfen hatten. (Ilias 4.30)

 

Einmal verglich sich die Sida, die Frau des Orion, mit ihr in der Schönheit, wofür Hera sie in den Tartaros verstieß.

Als die Götter vor dem Typhon Reißaus nahmen, floh Hera als weiße Kuh.
Gefährlich wurde auch der Angriff der Riesen, bei dem sie gegen den Porphyrion Zeus und Herakles zu Hilfe rufen mußte.
Herakles stand ihr außerdem gegen die Riesen Anonymus und Peripnous bei.

Als alljährliche Tat der Hera wird ihr Bad in der Quelle Kanathus genannt. Jedesmal auf Neue entsteigt sie der Quelle als Jungfer.

 

Quellenhinweis: Die obige Darstellung folgt überwiegend (Stichwort „IVNO”): B. Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon