| Griechische Mythologie - Herakles | ||
Dargestellt wird Herakles meistens mit Keule und Löwenfell. In knieender Stellung, kämpfend mit dem Drachen Ladon, wurde er als Sternbild Hercules an den Himmel versetzt.
Daß er überhaupt ziemlich fürchterlich ausgesehen haben muß, erhellet wenigstens mit, daß, eines Males einer, der in einer Höhle steckete, und ihn nor vor solcher vorbey gehen sah, vor Schrecken über ihn alsofort in einen Stein verwandelt wurde. (Hederich 1996, Sp. 1255f.)
Der Name Herakles wird von Ruhm der Hera hergeleitet. Auch das phönizische harochel, Kaufmann wird bemüht, sogar die deutsche Sprache (Heer und Carl, Kerl oder Keule). Eine andere Ableitung aus dem Deutschen rührt von Räckel, kleiner Riese, her.
Mehrere Orte beanspruchen den Ruhm, sich auf Herakles als ihren Gründer berufen zu können. Der Dichter Varro etwa weiß von 44 lokalen Heldenfiguren dieses Namens zu berichten, die mal als Heros, mal als Gott verehrt wurden.
Auffallend sind die vielen Parallelen zum babylonischen Gilgamesch-Epos, Motive finden sich auch in vielen anderen Mythen und Sagen wieder.
Die Römer verehrten den Herakles als Hercules. In Rom opferte man ihn nebst Rindern, trächtigen Sauen, Met und Brot sowie den Zehnten vom Einkommen. Seine Priester waren Pinaner und Potitier, Frauen waren vom Kult ausgeschlossenen. Bereits den Etruskern war er als Hercle bekannt, er hatte wohl überall seine Tempel, Statuen und Altare. In Karthago opferte man ihm sogar Menschen.
In Böotien wurden dem Herakles unter seinem Beinamen Melius Äpfel geopfert. Andere Beinamen sind Adamanus, Addephagus, Alcides, Alexiacus, Apomyius, Buphagus, Buräicus, Callinicus, Canopius, Charops, Chon, Claviger, Cynosarges, Gaditanus, Hippodetus, Index, Manticlus, Melampygos, Melius, Menoecus, Musagetes, Nemäus, Oetaeus, Ogmion, Olivarius, Pamphagos, Polyphagus, Prodicius, Rhinocolustes, Thasius, Tirynthius, Thrisesperus, Triumphalis, Tyrius und Victor.
Herakles ist auch der Mann mit dem schwarzen Hintern, der den Söhnen der Semonis, die Räuber Passalus und Alkmons (Achemons), das Handwerk legte.
An der Sele-Mündung bei Paestum fand man einen griechischen Tempel der Hera, welchen Bilder (die Metopen in dem Heiligtum) mit Heldentaten des Herakles schmückten. Das deutet KERÉNYI dahingehend, daß die Hera, sonst geschildert als erbitterte Gegnerin des Heros, an ihm auch habe Gefallen finden müssen. (Mythol. d. Griechen II, 109, 159)
Der Name des Herakles ist sprichwörtlich geworden. In Anwendung seines römischen Namens spricht man von herkulischen Kräften, ein tiefroter griechischer Wein, der Agiorgitiko, wird Blut des Herakles genannt.
| Quellen & Literaturhinweise |
| Die obige Darstellung folgt im wesentlichen: Hederich, Benjamin Gründliches Mythologisches Lexikon Reprographischer Nachdruck der Ausgabe Leipzig, Gleditsch 1770 der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen. 1996, Wissensch. BG., Darmstadt |
| Empfehlenswert auch: Herder Lexikon Griechische und Römische Mythologie Götter, Helden, Ereignisse, Schauplätze. 1995 Herder, Freiburg |
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| selbst schon Klassiker: Schwab, Gustav Sagen des klassischen Altertums 1978 DTV, München |
Siehe auch die weiteren Artikel zu Herakles: